WWF wegen Menschenrechtsverletzungen unter Druck


19.03.2019
Letzte Woche wurden aus den Nachforschungen der US-amerikanischen Online-Plattform Buzzfeed schwere Vorwürfe gegen die World Wide Fund For Nature (WWF) bekannt. Uwe Kekeritz spricht sich für eine schnelle Aufklärung der Anschuldigungen aus.

Letzte Woche wurden aus den Nachforschungen der US-amerikanischen Online-Plattform Buzzfeed schwere Vorwürfe gegen die World Wide Fund For Nature (WWF) bekannt. So soll die Organisation, die sich in aktuell rund 1300 Projekten „zur Bewahrung der biologischen Vielfalt“ engagiert, in verschiedenen Fällen in Asien und Afrika bewaffnete Rangertruppen unterstützt und mitfinanziert haben. Mitglieder solcher Truppen sollen unter Anderem Gewalttaten bis hin zu Foltermethoden und Mord begangen haben, um so Druck auf Anwohner*innen von Schutzgebieten und mögliche Wilder*innen auszuüben. Scharfe Kritik kommt auch aus Deutschland, da die Bundesregierung über die KfW Projekte zum Natur- und Artenschutz des WWF mit mehreren Millionen Euro unterstützt.

Uwe Kekeritz spricht sich für eine schnelle Aufklärung der Anschuldigungen aus: „Die unabhängige Untersuchung muss lückenlos aufklären, ob der WWF bereits vor den Veröffentlichungen von den angeblichen Straftaten gewusst hat. Artenschutz darf nicht gegen die Bevölkerung vor Ort durchgedrückt werden und schon gar nicht zu Menschenrechtsverletzungen führen!“

Konkret stehen drei Projekten des WWF im Fokus. Im Chitwan-Schutzgebiet in Nepal geht es um übertriebenen Einsatz gegen vermeintliche Wilder*innen. So soll im Rahmen des Kampfes gegen die Tierjäger*innen systematisch übertrieben Gewalt etwa in Form von Folter angewandt worden sein – im konkreten Fall sogar mit Todesfolge. In einem anderen Fall geht es um die Unterstützung gewalttätiger Überfälle auf Dörfer im Gebiet des Lobeke-Nationalparks in Kamerun. Hier soll der WWF Truppen finanziell und materiell unterstützt haben, die Razzien gegen Dörfer vermeintlicher Wilder*innen durchführten. Auch hierbei soll es zu Todesfällen gekommen sein. Der dritte Vorwurf richtet sich gegen einen angeblichen Versuch des WWF an einem Waffengeschäft in der Zentralafrikanischen Republik, in dem sich die Zeugen*innenaussagen jedoch widersprechen. Der WWF spricht sich seit Jahren kategorisch gegen eigene Beteiligungen an Waffengeschäften jeglicher Art aus.

Besonders schwer wiegen diese Vorwürfe vor dem Hintergrund, dass der WWF in einigen Fällen bereits vor der Veröffentlichung der Buzzfeed-Recherche von den Missständen gewusst haben soll. Uwe Kekeritz zeigt sich fassungslos: „Sollten die Vorwürfe bereits im Vorfeld bekannt gewesen sein würde das dem Fass den Boden ausschlagen. Fehler können überall passieren. Aber eine strukturelle Untätigkeit und Vertuschung wären ein absoluter Offenbarungseid. Auch deshalb versprach die Organisation eine umfassende Aufklärung der Anschuldigungen – diese sollen gemeinsam mit unabhängigen externen Menschenrechtsexpert*innen und einem internationalen Krisenteam stattfinden.