Reisebericht Bangladesch – Es bleibt viel zu tun!


23.10.2013
Nach den verheerenden Katastrophen im Textilsektor Bangladeschs machten sich Uwe Kekeritz und Renate Künast ein Bild von der Situation vor Ort. Während Ihrer Reise vom 8.-11. Juli informierten sich die beiden Bundestagsabgeordneten über Fortschritte und Schwierigkeiten.

In einem Monat jährt sich die schreckliche Brandkatastrophe in der Tazreen Fabrik zum ersten mal. Damals starben 112 Menschen aufgrund eklatanter Sicherheitsmängel, über 300 wurden zum Teil schwer verletzt . Seit dem verheerenden Einsturz des Rana Plaza in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka mit 1.134 Toten und über 2500 Verletzten sind inzwischen 6 Monate vergangen. Auch hier hatten die Fabrikbetreiber den ArbeiterInnen grundliegende Arbeitsstandards verweigert. In beiden Fällen waren deutsche Unternehmen als Auftragsgeber beteiligt. Und in beiden Fällen warten die Opfer und ihre Hinterbliebenen auf eine angemessene Entschädigung und umfassende Hilfe.

Aber die betroffenen Firmen spielen auf Zeit. Sie setzen auf Macht des Vergessens und hoffen, dass sich die schlechte Publicity nicht wiederholt – ohne etwas an den Ursachen zu ändern. Nur elf von 29 betroffenen Firmen nahmen an den Verhandlungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu den Katastrophen in den Tazreen und Rana Plaza Fabriken Teil. Das ist nicht nur respektlos gegenüber den Opfern und Opferfamilien sondern zeigt, dass die Unternehmen den Profit weiterhin über Menschenleben stellen.

Während einer Reise nach Bangladesch informierte sich Uwe Kekeritz gemeinsam mit Renate Künast vor Ort über den Stand der Dinge. Hierzu sprachen sie mit Gewerkschaften und VertreternInnen international bekannter Textilunternehmen, ebenso wie mit FabrikbesitzerInnenn und Mitgliedern der bangladeschischen Regierungspartei. Sie besuchten Produktionsstätten und tauschten sich TextilarbeiterInnen aus. Die wichtigsten Erkenntnisse der Reise können unten stehenden Reisebericht nachgelesen werden.

Uwe Kekeritz befasst sich seit langem mit den Zuständen in der globalen Lieferkette. Nach der Brandkatastrophe in der Tazreen Fabrik legte er bei OECD eine Beschwerde gegen die deutschen Unternehmen Karl Rieker, C&A und KiK ein. Ziel der Beschwerde ist es ein Vermittlungsverfahren zwischen den beteiligten Parteien einzuleiten, den Brandschutz in Textilfabriken zu verbessern und Entschädigungen für die Opfer zu erreichen.

Reisebericht_Bangladesch_2013