Welternährungstag 2018


15.10.2018
Zum morgigen Welternährungstag erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Noch immer leidet fast eine Milliarde Menschen weltweit an Hunger. Dabei wäre dieses Leid vermeidbar, denn die meisten Länder könnten genügend Lebensmittel zur Eigenversorgung produzieren. Es ist die schädliche Politik der subventionierten Agrarexporte, die die Existenzgrundlage der bäuerlichen Familien in den ärmsten Ländern gefährdet. Hinzu kommen bewaffnete Konflikte und Kriege, die Existenzen zerstören und in denen oft nicht mal die Versorgung mit dem Nötigsten möglich ist. Die Klimakrise tut ihr übriges. Bereits jetzt leiden insbesondere Kleinbauern im globalen Süden unter immer stärker werdenden Wetterextremen.

Großindustrielle Agrarproduktion und Gentechnik sind Scheinlösungen. Die Menschen, die Hunger leiden, brauchen vor Ort eine eigenständige, selbsttragende Landwirtschaft. Anstatt beim Kampf gegen den Hunger auf Agrarmultis zu setzen, muss die Bundesregierung die selbstbestimmte kleinbäuerliche Lebensmittelproduktion ins Zentrum der Hungerbekämpfung stellen. Wir brauchen einen Kurswechsel, weg von den Dumpingexporten aus Europas hochsubventionierter Landwirtschaft, die die Ernährungssouveränität im globalen Süden untergräbt oder Initiativen wie die „New Alliance“, die zwar der Agrarindustrie nutzen, die kleinbäuerliche Landwirtschaft aber Schaden trägt.“