Waldbrände in Brasilien – Mercosur-Abkommen stoppen


15.09.2020
Zu den Meldungen des brasilianischen Weltrauminstituts INPE, wonach die Waldbrände in Brasilien einen neuen Höchststand erreicht haben, erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik und Katharina Dröge, Sprecherin für Wirtschaftspolitik:

Die Rekordzahlen zu den Waldbränden aus Brasilien sind hochgradig alarmierend. Die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes vernichtet nicht nur den Lebensraum indigener Gemeinschaften, sie hat auch fatale Folgen für das Weltklima und torpediert jegliche Bemühungen, das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich einig, dass der Kipppunkt, an dem sich der Regenwald unwiderruflich in eine Savanne verwandelt, bald erreicht wird und in einigen Gegenden bereits überschritten ist.

Es ist unverantwortlich, dass die EU gleichzeitig ein Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten anstrebt, das die Entwaldung weiter befeuern wird. Bundeskanzlerin Merkel kritisiert das Mercosur-Abkommen zwar öffentlich, doch muss sie auf Nachfrage zugeben, dass die Bundesregierung nicht einmal Nachverhandlungen anstrebt. Das ist billiges Greenwashing eines schmutzigen Vertrags.

Wenn die Bundesregierung den Klimaschutz und die Menschenrechte ernst nimmt, muss sie das Mercosur-Abkommen in dieser Form stoppen. Das allein wird aber nicht reichen. Die Bundesregierung muss sich der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes entschieden entgegenstellen und für wirklich entwaldungsfreie Lieferketten sorgen. Es braucht ein Importverbot für Produkte, für deren Herstellung Wälder zerstört werden.