Uwe Kekeritz zu Österreichs Ablehnung des Mercosur-Abkommens


19.09.2019
Zur Ablehnung des Mercosur-Abkommens durch den österreichischen Nationalrat, erklärt Uwe Kekeritz:

Gut, dass das österreichische Parlament dem Mercosur-Abkommen einen Riegel vorschiebt. Die deutsche Bundesregierung hingegen stellt die Exportinteressen der Industrie über den Klimaschutz, ignoriert die Menschenrechtslage in Brasilien und untergräbt eine nachhaltige Entwicklung in den Mercosur-Staaten. Die Haltung von Merkel und Co. gegenüber Bolsonaro ist unerträglich. Unter den derzeitigen Vorzeichen hätte das Handelsabkommen als Druckmittel gegenüber der brasilianischen Regierung genutzt werden müssen. Aber auch das Abkommen selbst ist ein schlechter Deal. Neue Exportquoten für Rindfleisch, Soja und Ethanol befeuern die Abholzung von Waldflächen und bedrohen den Lebensraum indigener Gemeinschaften. Die derzeitigen Brände im Amazonas sind Vorboten dieser verantwortungslosen Politik. Besonders tragisch: Die Handelsschranken fallen, ohne Rücksicht auf Umwelt- und Sozialstandards. Das Abkommen ist in dieser Form eine Gefahr für den globalen Kampf gegen den Klimawandel und konterkariert die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.