Soziale Ungleichheit weltweit bekämpfen!


22.01.2018
Zum Oxfam-Bericht „Reward Work not Wealth“ zur globalen sozialen Ungleichheit erklären Uwe Kekeritz und Lisa Paus, Mitglieder des deutschen Bundestags:

Die soziale Ungleichheit nimmt inzwischen obszöne Dimensionen an. Während die Vermögen der Superreichen rasant wachsen, stagnieren die Löhne weltweit. Die Folge: Die Zahl der Milliardäre steigt, den Armen reicht ihr Lohn oft nicht zum Leben. Es ist ein Skandal, dass ein Drittel der arbeitenden Bevölkerung in Entwicklungsländern in Armut lebt. Diese pervertierte Wohlstandstandverteilung verstetigt Armut und verhindert politische Teilhabe. Darunter leiden vor allem Frauen. Sie werden häufiger ausgebeutet und sind oft in unsicheren Arbeitsverhältnissen beschäftigt.

Mit eine der Hauptursachen für den massiven Anstieg der Ungleichheit ist die aggressive Steuervermeidung von Superreichen und internationalen Konzernen. Es gibt Schätzungen wonach Entwicklungsländern durch Steuervermeidung jährlich mehr Mittel entgehen, als sie global an Entwicklungsgeldern erhalten. Auch in der EU ist dies ein Problem: Erste Berechnungen zeigen, dass auf diese Weise den EU-Staaten 60 Milliarden Euro allein bei der Körperschaftsteuern verloren gehen – und das jährlich. Deutschland ist mit 17 Milliarden davon europaweit am meisten betroffen.

Diese Missstände müssen ein Ende haben. Steuervermeidung und Lohnungleichheit müssen effektiv bekämpft werden. Es braucht gesetzliche Regelungen, damit Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette Umwelt- und Sozialstandards einhalten und faire Löhne bezahlen.