Schinken, Schnitzel und Karpfenknusper sind keine Erfindung


29.04.2010
Achten Sie auf gentechnikfreie Fütterung, wenn Sie der Herr auf Ihrem Hof bleiben wollen.

„Achten Sie auf gentechnikfreie Fütterung, wenn Sie der Herr auf Ihrem Hof bleiben wollen“, legt Uwe Kekeritz, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Schweinehaltern und Teichwirten ans Herz. Er warnt damit vor dem Patent auf Schweinefleisch, das der US-Agrarmulti Monsanto für sich beansprucht.

Monsanto begründet seine Patentanmeldung WO/2009/097403 damit, dass die Verfütterung bestimmter genmanipulierter Pflanzen zu einer höheren Konzentration ungesättigter Fettsäuren im Fleisch führe. Für Menschen werde das Schweinefleisch dadurch gesünder, argumentiert der Konzern. Eine ähnliches Patent (WO 201027788) meldete der Konzern für Fisch aus Aquakulturen an: Damit will er alle Fischprodukte für sich reklamieren, die mit Gen- Futterpflanzen von Monsanto hergestellt wurden. Die Kosten für Lizenzgebühren dürften vor allem an den Konsumenten hängen bleiben. Aber auch Landwirte, Züchter und Lebensmittelhersteller sind betroffen. Über 300 Verbände haben Landwirtschaftsministerin Aigner am Dienstag aufgefordert, sich in Brüssel für eine Neuverhandlung der EU-Patentgesetze stark zu machen.

Schinken, Schnitzel und Karpfenknusper sind keine Erfindung, das Patentrecht wird missbraucht“, empört sich Kekeritz. Monsanto hat sich nun endgültig enttarnt. Es geht nicht um die Bekämpfung des Welthungers, sondern um die Erschließung neuer Einnahmequellen“, erläutert Kekeritz. Vielmehr steht der Konzern unter Druck. Zum einen sinken die Gewinne des Konzerns, und die angestrebte Verdoppelung des Bruttogewinns bis 2012 im Vergleich zu 2007 ist angesichts der starken Konkurrenz kaum zu realisieren. Zum anderen prüfen US-Staatsanwälte derzeit, ob Monsanto gegen Kartellrecht verstößt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, durch Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung die Preise für Saatgut und Spritzmittel nach oben getrieben zu haben. In Europa versuchen Monsanto und seine Konkurrenten seit 20 Jahren Fuß zu fassen. Bisher wächst jedoch nur der Widerstand.

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