S-Bahn-Verschwenk hat keine Bedeutung für den Ausbau der ICE Strecke Nürnberg-Erfurt-Berlin (VDE Nr. 8.1)


15.01.2010
Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion zum geplanten S-Bahn-Verschwenk bei Fürth.

Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion zum geplanten S-Bahn-Verschwenk bei Fürth erklären Uwe Kekeritz, Abgeordneter des Wahlkreises Fürth, und Dr. Anton Hofreiter, Sprecher für Verkehrspolitik:

Große Hürde aus dem Weg – S-Bahn-Verschwenk hat keine Bedeutung für den Ausbau der ICE Strecke Nürnberg-Erfurt-Berlin (VDE Nr. 8.1)

Im Kampf gegen den geplanten und heftig umstrittenen S-Bahn-Verschwenk bei Fürth- Steinach durch das dort bislang unversiegelte Knoblauchsland keimt zusätzliche Hoffnung. Auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen ließ die Bundesregierung erstmals in dieser Klarheit wissen, dass der Bau des eingleisigen S-Bahn- Verschwenks keinerlei Auswirkungen auf den Ausbau der ICE Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-Erfurt-Berlin (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8.1) habe. Begründet wird dies mit dem Verbleib des schnellen Regional- und Fernverkehrs auf den vorhandenen Gleisen.

Bislang gingen die Gegner des S-Bahn-Verschwenks davon aus, dass die Einbindung der Planungen in das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit die größte Hürde zur Verhinderung des Verschwenks darstellt. Schließlich müssten sich der Bund und alle 16 Länder über eine Änderung der Pläne auch für den S-Bahn-Verschwenk einigen. Wenn nun aber das zusätzliche S-Bahn-Gleis nach Einschätzung der Bundesregierung keinen Einfluss auf die dahinter stehenden Planungen zur Vollendung der Deutschen Einheit hat, sollte ein Beschluss des zuständigen Gremiums nur eine Formsache sein.

Die Frage, wo dieses dritte Gleis letztlich liegt, ist damit endlich nur noch im Rahmen der lokalen Gegebenheiten zu beurteilen. Die Argumente für eine Führung entlang der Bestandsstrecke sind dabei überwältigend. Der nicht zu vertretende Flächenverbrauch in Form eines bis zu 10 Meter hohen neu zu errichtenden Bahndamms quer durch die Äcker zwischen Stadeln und Steinach könnte damit ebenso entfallen, wie die nur für den dann neuen Halt Steinach zu errichtende Bahnhofsanlagen und Zuführungsstraßen. Die Anwohner an der Bestandsstrecke erhielten endlich einen angemessenen Lärmschutz. Nicht zuletzt könnte damit auch der in den ÖPNV integrierte und von der Bevölkerung gut angenommene Bahnhof Vach erhalten bleiben. Auch hierzu macht die Bundesregierung in ihrer Antwort verheißungsvolle Ausführungen. Ebenso sollten sich die Entscheidungsträger bei der Bundesregierung und der Deutschen Bahn nun ernsthaft mit den massiven Zweifeln an der letzten Kosten-Nutzen-Untersuchung auseinandersetzen, die den S-Bahn-Verschwenk angeblich im Vorteil sieht.

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