Radikaler Kurswechsel im Kampf gegen den Hunger nötig


11.09.2018
Zur Veröffentlichung des "State of Food Security and Nutrition in the World 2018"-Berichts erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Die erneut steigenden Hungerzahlen sind ein erschreckendes Alarmsignal. Es ist im wahrsten Sinne ein Armutszeugnis, dass derzeit jeder neunte Mensch auf der Welt Hunger leidet. Ohne die Unterstützung durch Organisationen wie das Welternährungsprogramm wäre die Zahl weitaus höher. Dass im Jahr 2018 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelversorgung angewiesen sind ist ein Skandal.

Hauptursachen sind die Klimakrise und gewaltsame Konflikte. Jetzt gilt es rasch zu handeln. Die Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft müssen Betroffenen helfen und größeres Leid verhindern. Es braucht endlich einen radikalen Kurswechsel in der Klimapolitik. Rüstungsexporte in Spannungsgebiete müssen gestoppt und diplomatische Bemühungen zu Vermittlung in Krisen und Konflikten verstärkt werden. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft gehört in den Mittelpunkt der Hungerbekämpfung. Die Bundesregierung muss für eine starke Kleinbauern-Erklärung der Vereinten Nationen eintreten und sich für die UN-Nachhaltigkeitsziele als Richtschnur für eine gemeinsame internationale Politik der Hungerbekämpfung einsetzen.

Hintergrund: Der „State of Food Security and Nutrition in the World 2018„-Bericht wird von der FAO, IFAD, UNICEF, WFP und WHO herausgegeben. Die Zahlen aus dem Bericht beziehen sich auf das Jahr 2017. Im vergangenen Jahr waren die Zahlen zum ersten mal wieder gestiegen. Auch in diesem Jahr setzte sich der Anstieg von 815 auf 821 Millionen Hungernden fort. Der Bericht macht die Klimakrise und Kriege als treibende Kräfte für den Anstieg verantwortlich und sieht das Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele gefährdet.