Margot Käßmanns Einsatz für Verhütungsmittel


14.05.2010
Uwe Kekeritz begrüßt, dass sich Margot Käßmann auf dem Ökumenischen Kirchentag deutlich für den offenen Zugang zu Verhütungsmitteln eingesetzt hat. Auch die katholische Kirche sollte sich in dieser Frage öffnen.

Uwe Kekeritz, Vorsitzender des Bundestags-Unterausschusses für Gesundheit in Entwicklungsländern,  erklärt zum gestrigen Auftritt der ehemaligen EKD-Vorsitzenden Margot Käßmann auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag:

Der Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz, Bündnis 90/Die Grünen, begrüßt, dass sich Margot Käßmann auf dem Ökumenischen Kirchentag deutlich für den offenen Zugang zu Verhütungsmitteln eingesetzt hat. Auch die katholische Kirche sollte sich in dieser Frage öffnen.

„Margot Käßmann besticht erneut durch Mut und Klarheit in ihren Äußerungen. Bei meinem Besuch auf dem Ökumenischen Kirchentag konnte ich mich davon überzeugen, dass sehr viele Christinnen und Christen beider großer Konfessionen ihre Meinung teilen. Ein zentrales Element, um das Elend in den Entwicklungsländern zu lindern ist die Geburtenkontrolle. Dazu bedarf es dort des freien Zugangs zu Verhütungsmitteln auch in kirchlich getragenen Einrichtungen.

Die Verhütung ungewollter Schwangerschaften verringert die Müttersterblichkeit. Somit trägt Geburtenkontrolle zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen bei. 536.000 Frauen sterben jedes Jahr während der Schwangerschaft oder der Geburt. Fast immer sind dies Mütter in Entwicklungsländern. Zur Verbesserung der Müttergesundheit ist neben der Bereitstellung von Verhütungsmitteln eine umfassende Stärkung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern notwendig.

International steht das Thema Müttergesundheit in diesem Jahr mehrfach auf der politischen Agenda. Im Juni ist es Schwerpunkt des G8-Gipfels in Kanada und im September beim UN-Gipfel zur Überprüfung der Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele. Beim Ziel, die Müttersterblichkeit bis 2015 um drei Viertel zu senken, sind im Vergleich mit den anderen sieben Millenniumsentwicklungszielen momentan die wenigsten Fortschritte zu verzeichnen. Geberländer müssen ihre Mittelzusagen für Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich endlich einhalten, und nicht wie jüngst Deutschland zugunsten von Steuergeschenken an einflussreiche Lobbygruppen brechen.

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