Jahresbilanz der Welthungerhilfe: Hunger ist ein vermeidbares Leid


26.06.2019
Zur Veröffentlichung der Jahresbilanz der Welthungerhilfe erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Der Bericht zeichnet ein erschreckendes Bild der weltweiten Ernährungslage. Besonders Kriege und der Klimawandel erschweren den Kampf gegen den Hunger.

Gewaltsame Konflikte wie im Jemen verhindern den Zugang zu Menschen, die Hilfslieferungen am dringendsten brauchen. Dennoch verkauft die Bundesregierung weiterhin Rüstungsgüter an Kriegsparteien. Diese Exporte müssen umgehend eingestellt werden.

Zudem führt die Klimakrise dazu, dass immer mehr unvorhersehbare Wetterereignisse und lange Dürren den Menschen keine Chance geben, für ihre eigene Ernährung zu sorgen. Dieser Zustand darf durch die Hauptverursacherinnen der Klimakrise, die Industrienationen, nicht weiter toleriert werden. Die Bundesregierung muss endlich wirksame Maßnahmen ergreifen zur Bekämpfung des Klimawandels, der jetzt schon Ursache von Hunger und Vertreibung ist.

Hunger ist Ergebnis von politischem Versagen – und das nicht nur in Ländern des globalen Südens. Hier stehen die Industriestaaten in der Verantwortung. Die auf Export ausgelegte europäische Agrarpolitik hat massive negative Auswirkungen auf die Ernährungssouveränität der Länder im globalen Süden und somit auf die globale Umsetzung des Rechts auf Nahrung. Der internationale Agrarhandel muss endlich an den nachhaltigen Entwicklungszielen ausgerichtet und die kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion ins Zentrum der Hungerbekämpfung gerückt werden.