Internationale Klimagelder auf die ärmsten Länder ausrichten


03.09.2020
Zur Studie „Falling short“ des internationalen kirchlichen Entwicklungsbündnis ACT Alliance erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

Es ist fatal, dass gerade die ärmsten Länder am wenigsten bei den europäischen Entwicklungs- und Klimageldern berücksichtigt werden. Gerade mal 20 Prozent der Gelder fließen an besonders arme Staaten. Dabei sind das die Länder, die besonders stark von den zerstörerischen Folgen der Klimakrise betroffen und gleichzeitig historisch betrachtet am wenigsten Schuld daran sind. Auch die Bundesregierung hält seit Jahren ihr Versprechen nicht ein, verstärkt die ärmsten und fragilsten Staaten zu unterstützen. Das ist ein Armutszeugnis. Wir müssen endlich anfangen, unsere Entwicklungs- und Klimagelder besonders in die Staaten zu investieren, die sie am dringendsten brauchen.

Die Studie zeigt auch, dass die europäischen Klimagelder für den Globalen Süden größtenteils als Kredite vergeben werden. Damit befeuert sie nicht nur die ohnehin schon virulente Schuldenkrise vor Ort, sondern setzt auch inhaltlich auf das falsche Pferd. Bereits jetzt fallen etwa 26 Millionen Menschen jährlich aufgrund von Klimaschäden in Armut. Es braucht vor allem Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel; Kredite helfen da wenig und auf Rendite ausgerichtete Privatinvestitionen auch nicht. Für echte Klimagerechtigkeit braucht es sowohl in Deutschland wie auch auf europäischer Ebene Maßnahmen, die auch vor Ort bei den Menschen ankommen. Das Kopenhagen-Versprechen zur Klimafinanzierung muss eingelöst werden und zwar transparent und allen voran mit öffentlichen Mitteln.