Humanitäre Katastrophe in Haiti – Bundesregierung handelt zu zögerlich


18.11.2010
Die Situation in Haiti ist dramatisch. Neun Monate nach der Erdbebenkatastrophe droht jetzt eine Cholera-Epidemie. Trotz Präsenz großer internationaler Hilfsorganisationen, ist die Situation im Land außer Kontrolle geraten.

Zur humanitären Katastrophe und der Cholera-Epidemie in Haiti erklärt  Uwe Kekeritz, Sprecher für Gesundheit in Entwicklungsländern:

Die Situation in Haiti ist dramatisch. Nur neun Monate nach der Erdbebenkatastrophe droht dem Land eine Cholera-Epidemie. Trotz der großen internationalen Präsenz an Hilfsorganisationen, ist die Situation im Land außer Kontrolle geraten. Die internationale Gemeinschaft hat Hilfsgelder in Milliardenhöhe versprochen. Es ist unverantwortlich, dass große Teile der finanziellen Zusagen noch nicht geleistet wurden.

Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für ein schnelles und koordiniertes Vorgehen innerhalb der Gebergemeinschaft stark zu machen. Jedes Zögern kostet Menschenleben.

Vor allem mangelnde Hygiene und verunreinigtes Wasser haben zu über 14 600 Cholera- Infizierten und 1000 Toten geführt. Hinzu kommt, dass 60 Prozent der medizinischen Einrichtungen beim Erdbeben zerstört wurden und noch immer 1,3 Millionen Menschen in provisorischen Zeltlagern leben.

Wir begrüßen, dass das Auswärtige Amt angesichts der Situation zusätzliche Mittel in Höhe von 200 000 Euro zur Verfügung stellen möchte. Allerdings ist der Betrag nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die zugesagten Mittel müssen umgehend fließen und erhöht werden.

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