Gute Wasserstoffpartnerschaft mit Afrika hat viele Bedingungen


20.05.2021
Zum geplanten Aufbau einer Wasserstoffpartnerschaft mit Westafrika erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik

Grüner Wasserstoff kann für Länder des globalen Südens zu einer Erfolgsgeschichte werden. Es kommt zu einer Win-Win-Situation, wenn dadurch Deutschland und Europa die Klimaneutralität schaffen und der globale Süden wirtschaftlich davon profitiert. Der Aufbau einer ökologisch und sozial nachhaltigen Wasserstoffproduktion in Ländern, die noch fast ausschließlich von fossilen Energien abhängen, oder in denen große Teile der Bevölkerung noch gar keinen Zugang zu Strom haben, ist aber alles andere als trivial.

Ein Potentialatlas für Westafrika ist ein guter erster Schritt. Für einen Erfolg müssen aber zahlreiche Bedingungen erfüllt sein: Es braucht Partnerschaft auf Augenhöhe mit den Staaten, aber auch mit den von Produktionsanlagen unmittelbar Betroffenen Menschen. Zudem sind die Sicherung der Wasserversorgung gerade in oftmals von Wasserknappheit betroffene Staaten, die Teilhabe oder die Herstellung einer eigenen Energieversorgung bei Strom und Kraftstoffen und natürlich auch eine faire Beteiligung an den monetären Gewinnen nötig.

Die Bundesregierung muss diese und weitere Aspekte zur Bedingung machen. Anderenfalls drohen – wie allzu oft in der Vergangenheit – die Länder des globalen Südens als billige Rohstofflieferanten geradezu post-kolonial ausgebeutet zu werden. Wir begrüßen daher, dass die Ministerin diese Bedingungen an den Anfang ihrer Ausführung gestellt hat. Es darf aber nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben.