Grüner Knopf nur mediales Blitzlichtgewitter


10.09.2019
Zur Einführung des Grünen Knopfes erklärt Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik:

„Der Grüne Knopf wird nicht schaden, doch was bringt er? Das Siegel sorgt für ein mediales Blitzlichtgewitter, aber nicht für bessere Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken. Hierzu bräuchte es endlich ein Gesetz, das die Ausbeutung von Mensch und Umwelt in internationalen Lieferketten verhindert. Statt wie versprochen für faire Arbeitsbedingungen vom Baumwollfeld bis zum Bügel zu sorgen, deckt das Prestigeprojekt von Minister Müller nur wenige Verarbeitungsschritte ab. Ausgerechnet das Thema menschenwürdiger Löhne bleibt außen vor. Dennoch zu behaupten, für faire und nachhaltige Arbeitsbedingungen zu sorgen, ist anmaßend. Hinzu kommt: In der Pilotphase, in der nur ein paar wenige Unternehmen den Grünen Knopf führen werden, kann von Breitenwirksamkeit keine Rede sein. Für die nächsten Schritte gibt es keine Zeit- und Fristpläne, dafür aber etliche große Fragezeichen. Ein Umdenken in der Branche oder gar eine Veränderung des Geschäftsmodells der Fast Fashion wird der Grüne Knopf nicht einleiten. Begrüßenswert ist, dass Unternehmen, die den Grünen Knopf führen wollen, einer Prüfung ihrer Maßnahmen zur Einhaltung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten unterzogen werden. Sechs Jahre nach der Einsturzkatastrophe der Rana-Plaza-Fabrik in Bangladesch ist dieser kleine Lichtblick jedoch ein mehr als überschaubares Ergebnis.“