Giftige Pestizidexporte: Profit auf Kosten von Mensch und Umwelt


24.02.2020
Zu Berichten über Milliardenumsätze europäischer Chemiekonzerne mit Exporten hochgefährlicher Pestizide in Entwicklungsländer erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik und Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik:

Uwe Kekeritz:

„Es ist skandalös, dass europäische Konzerne einen Großteil ihres Umsatzes mit dem Verkauf von hochgefährlichen, bei uns verbotenen Pestiziden in Länder des globalen Südens machen. Damit ziehen die Chemiekonzerne Profit aus laxen Pestizidbestimmungen in Entwicklungsländern auf Kosten der Menschen und der Umwelt. Zudem werden die Gifte in vielen ärmeren Ländern häufig ohne entsprechende Schutzkleidung und Sachkunde verwendet und richten so noch mehr Schaden an. Deutschland muss sich für strengere internationale Standards bei Pestizidzulassungen einsetzen. Außerdem braucht es gesetzliche Regelungen, um Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen auch in diesem Bereich zur Rechenschaft zu ziehen. Und vor allem muss gelten: Was in Europa verboten ist, darf von hier aus auch nicht in Drittländer exportiert werden!“

Harald Ebner:

„Die Bundesregierung muss sich ein Beispiel an Frankreich nehmen und endlich den Export von Pestiziden stoppen, die in der EU verboten sind. Was in Deutschland und Europa zu gefährlich für Menschen und Umwelt ist, kann im Rest der Welt nicht harmlos sein. Dass ausgerechnet Bayer mitten in Deutschland die Produktion von Antracol mit dem wahrscheinlich krebserregenden Wirkstoff Propineb hochfahren will, der in Europa längst verboten ist, zeigt einmal mehr, wie wenig von den flotten Nachhaltigkeits-Sprüchen des Konzerns zu halten ist.“