Genitalverstümmelung bekämpfen-weltweit!


17.12.2009
Weibliche Genitalverstümmelung ist eine grausame Art der Körperverletzung und ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte. Diese Praxis gehört ganz oben auf die Agenda der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Uwe Kekeritz, mittelfränkischer Bundestagsabgeordneter und Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für Gesundheit in Entwicklungsländern erklärt:

Weibliche Genitalverstümmelung ist eine grausame Art der Körperverletzung und ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte. Diese Praxis muss in Deutschland geächtet werden und gehört ganz oben auf die Agenda der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Der am Freitag im Bundesrat behandelte Gesetzesantrag zur Verschärfung der Strafen in Deutschland und für Auslandstaten durch hier Ansässige ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ausreichen wird eine solche Gesetzesänderung nicht. Der Kampf für Gesundheit und Menschenrechte der betroffenen Frauen und Mädchen muss weiter gehen. In Deutschland sind 20.000 Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelung betroffen; weltweit sind es 140 Millionen. Ein stärkeres Bewusstsein für die Problematik in Deutschland ist nötig, denn bisher wurde hier noch kein einziger Fall von Genitalverstümmelung als Körperverletzung angezeigt. Das muss sich ändern.

Neben der konsequenten Umsetzung des Verbots hierzulande müssen Frauenorganisationen in der Sahelzone und anderen betroffenen Gebieten bei der Aufklärungsarbeit unterstützt werden. Millionen Frauen leiden heute unter den körperlichen und seelischen Folgen von Genitalverstümmelung. Mehr und mehr von ihnen sind bereit, das Tabu zu brechen und sich für eine Ächtung dieser grausamen Tradition einzusetzen, in der Hoffnung, dass so in Zukunft Millionen Mädchen vor dem gleichen Leiden bewahrt werden. Diese Frauen brauchen unsere Unterstützung, in Deutschland genauso wie in den Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit.

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