Deutschlandtakt bei der Bahn könnte Streit um S-Bahn-Verschwenk endlich lösen


04.03.2019
Uwe Kekeritz, grüner Bundestagsabgeordneter für Fürth, und Harald Riedel, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat Fürth, erklären:

Neue Überlegungen der Bahn im Zuge ihrer Planungen zur Einführung eines Deutschlandtaktes im Fernverkehr könnten womöglich auch die Auseinandersetzungen um den so genannten S-Bahn-Verschwenk lösen. Um eine Fahrzeit von unter einer Stunde zwischen Nürnberg und Erfurt zu erreichen, sind auch im Abschnitt zwischen Fürth und Eltersdorf umfassende Arbeiten an der Bestandsstrecke nötig. Die Bundesregierung hat nun auf Nachfrage von Uwe Kekeritz bestätigt, dass dazu auch die Auflassung von Bahnübergängen geprüft werde.

„Ich bin zuversichtlich, dass sich der lange Streit um den Verschwenk nun endlich lösen lässt,“ meint Uwe Kekeritz. „Wenn tatsächlich Unterführungen und neue Lärmschutzwände für den ICE gebaut werden, könnte auch das dritte Gleis für die S-Bahn entlang der bestehenden Trasse entstehen“, ist Harald Riedel überzeugt. Beide Grünen-Politiker hoffen, dass sich auch die Bahn möglichst bald öffentlich in diese Richtung erklärt und appellieren: „Alle Energie der Planer sollte in diese Richtung laufen, das nutzt Fürth und der Bahn. Wie erfolgreich die Bahn sein kann belegen ja auch die Fahrgastzahlen der schnellen ICE-Strecke zwischen München und Berlin.“

Bislang war die Aussage der Bahn, dass die vom ICE befahrene Bestandstrasse nicht angetastet werden dürfe, um dort hohe Umbaukosten für Unterführungen oder zusätzlichen Lärmschutz zu vermeiden. Da die Kosten dafür allein der S-Bahn zugerechnet würden, werde diese unwirtschaftlich. Kommen die Umbauten an der Bestandstrasse aber wegen des Deutschlandtaktes des Fernverkehrs wäre die S-Bahn nur mehr Nutznießer, nicht mehr Verursacher und die Wirtschaftlichkeit würde sich dadurch sehr deutlich erhöhen.

Beim Verzicht auf den S-Bahn-Verschwenk und seine hohen Dämme bliebe wertvoller Naturraum im Knoblauchsland erhalten. Durch den Wegfall der beschrankten Bahnübergänge ergäben sich Gewinne bei der Sicherheit und eine höhere Streckengeschwindigkeit. Im Fürther Norden entstünden zusätzliche Möglichkeiten zur Durchbindung von Busverbindungen östlich und westlich der Bahntrasse und zur Anbindung der S-Bahn an den Norden Nürnbergs.

Zum Hintergrund:

In einer Kleinen Anfrage der grünen Bundestagsfraktion (Drs.-Nr. 19/7577, Frage 30: KA 1907577) an die Bundesregierung zur ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Berlin wurde ausgeführt, dass für eine Verkürzung der Fahrzeiten zwischen Nürnberg und Erfurt insbesondere im Bereich zwischen Fürth und Eltersdorf Maßnahmen angedacht sind. Auf Nachfrage (Frage 02-272 Kekeritz) hat Uwe Kekeritz die Antwort erhalten, dass dazu auch Auflassungen von Bahnübergängen zählen. Momentan befänden sich die Überlegungen aber noch in einer frühen Phase.