Ausbeutung ist kein Kinderspiel!


30.01.2018
Uwe Kekeritz fordert anlässlich der Nürnberger Spielwarenmesse verbindliche Sorgfaltspflichten sowie soziale und ökologische Mindeststandards für international agierende Unternehmen.

„Bei fairen Löhnen und ordentlichen Arbeitsbedingungen macht die Spielzeugindustrie eher Rückschritte als Fortschritte. Das macht sich leider auch auf der Nürnberger Spiel-warenmesse bemerkbar: So ist beim Neuheitenpreis der Spielwarenmesse die Frage nach Arbeitsrechten unter den Tisch gefallen. Deshalb brauchen wir dringend verbindliche Spielregeln für Unternehmen“, fordert der mittelfränkische Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion und Experte für Arbeitsrechte weltweit.

Dass dringender Handlungsbedarf besteht, verdeutlicht die investigative Recherche der Arbeitsrechtsorganisationen Solidar Suisse, China Labor Watch und Christliche Initiative Romero. Sie deckte eklatante Missstände in chinesischen Spielzeugfabriken auf wie mangelnde Hygiene, überlange Arbeitszeiten und ungenügenden Arbeitsschutz beim Umgang mit gefährlichen Chemikalien. Dagegen wehren können sich die Arbeiter*innen kaum, weil Gewerkschaften fehlen. [https://www.ci-romero.de/spielzeug/]

„Vier von fünf Spielzeuge, die in Deutschland über den Ladentisch gehen, kommen aus China. Den Preis für die günstige Massenware bezahlen die chinesischen Arbeiterinnen und Arbeiter, die ausgebeutet werden und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Menschen-rechtliche Sorgfaltspflichten gehören ins Gesetz. Darüber hinaus braucht es wirksame Sanktionen für Unternehmen und bessere Transparenz entlang der Lieferkette. Auch auf europäischer Ebene braucht es endlich sanktionsbewehrte Nachhaltigkeitskapitel in Handelsverträgen. Aber den gut gemeinten Worten müssen endlich Taten folgen. Schließlich will niemand, dass Spiel und Spaß in unseren Kinderzimmern zu Menschenrechtsverletzungen in den Produktionsländern führen,“ resümiert Kekeritz.