Adidas: Hungerlöhne für eine steigende Dividende?


11.05.2011
Adidas muss endlich vernünftige Preise an seine Lieferanten zahlen. Ein Weltkonzern sollte sich schämen für Hungerlöhne verantwortlich zu sein.

„Adidas muss endlich vernünftige Preise an seine Lieferanten zahlen. Ein Weltkonzern sollte sich schämen für Hungerlöhne verantwortlich zu sein“ fordert Uwe Kekeritz. Adidas fährt Rekordgewinne ein und trotzdem bekommen die Näherinnen in den Zulieferfabriken nur einen Hungerlohn. Schuld sind die niedrigen Abnahmepreise durch Adidas.

Im vergangenen Jahr hat der Adidas-Konzern seinen Gewinn mehr als verdoppelt auf 567 Millionen Euro. Auch im ersten Quartal diesen Jahres blieb Adidas auf Rekordkurs: der Umsatz stieg im Jahresvergleich um über 22 Prozent auf 3,27 Milliarden Euro, der Nettogewinn stieg um ein Viertel auf 209 Millionen Euro. Die Dividende soll von 35 Euro-Cent auf 80 Euro-Cent je Aktie steigen.

Dennoch werden die NäherInnen in den Zulieferfabriken weiter so schlecht bezahlt, dass es zum Leben nicht reicht. Beispiel El Salvador. Die ArbeiterInnen in der Fabrik „Ocean Sky“ bekommen gerade einmal ein Grundgehalt von 72 Cent pro Stunde, rund 137 Dollar im Monat. Nur die Anwesenheitsprämien sichern überhaupt den Mindestlohn von knapp 175 Dollar. „Da heißt es bloß nicht krank werden“, empört sich Kekeritz. „Prämien mögen als vermeintliche Leistungsanreiz für hochdotierte Manager bei uns hingenommen werden. Wenn das nackte Überleben davon abhängt aber nicht.“

Dies stellt eine klare Verletzung der Arbeitsplatzstandards der Adidas AG dar. Dort heißt es: „Grundlöhne müssen mindestens den Lebensunterhalt und darüber hinaus einige zusätzliche Ausgaben der Mitarbeiter sowie ein Mindestmaß an erspartem Vermögen ermöglichen.“

„Adidas muss endlich höhere Abnahmepreise zahlen, um seine eigenen
Standards einzuhalten. Sonst bleibt der eigene Anspruch nur eine im Wortsinn billige Marketingmasche“, stellt Kekeritz fest.

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