Lebensgrundlagen nicht den Boden entziehen!


12.01.2015
Der Atlas der Böll-Stiftung unterstreicht die enorme Bedeutung intakter Böden für die Ernährung der Menschheit. Böden sind ein endliches, knappes und wertvolles Gut. An einer nachhaltigen, ökologischen, die Fruchtbarkeit der Böden erhaltenden Bewirtschaftung führt kein Weg vorbei.

Bis sich Böden bilden vergehen Jahrhunderte und Jahrtausende. Dennoch zerstört industrielle Landwirtschaft mit synthetischem Dünger und schweren Maschinen diese Böden. Den teuer erkauften, kurzfristigen Ertrags- und Gewinnsteigerungen stehen langfristige, bitter zu bezahlende Schäden gegenüber. Letzten Endes befeuern die Methoden der „Grünen Revolution“ Bodenverdichtung, industrieller Dünger und Erosion gefährden die natürliche Fruchtbarkeit der Böden weltweit.

Die Nutzung der Böden wirft Fragen nach globaler und sozialer Gerechtigkeit auf. Der „virtuelle Fußabdruck“ – die Fläche Land, die erforderlich ist um den Lebensstil zu gewährleisten – ist in der EU sechsmal größer als in Bangladesch. Bedeutendster Flächenfresser: die Fleischproduktion. Ihr Hunger nach Futtermitteln macht ganze 80 Prozent „unseres“ europäischen Flächenverbrauchs aus.

Global agierende Konzerne enteignen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und entziehen ihnen so ihre Lebensgrundlage. Ohne Zugang zu Land, das sie zur Ernährung nutzen oder auf dem sie für ihre Familien und für lokale Märkte anbauen können, stehen sie vor dem Nichts. Die Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit für die Bevölkerung sind fatal. Zudem wird die Benachteiligung von Frauen verdeutlicht, denen jedoch bei der Bewältigung des Hungers auf der Welt von allen internationalen Institutionen eine tragende Rolle beigemessen wird.

Hinsichtlich der Verteilung von Besitzrechten landwirtschaftlich nutzbarer Flächen zeigt der Bodenatlas klar die vorherrschenden Ungerechtigkeiten auf. Wenige, große Konzerne eignen sich einen immer größeren Teil der Welt an. Dabei kommt sind nach Schätzungen 10 bis 30 Prozent der Flächen von Land Grabbing betroffen, für das mitunter höchst kriminelle Machenschaften vor Morden nicht zurückschrecken.

Die Publikation der Böll-Stiftung benennt zahlreiche Handlungsfelder zum Schutz und Erhalt unserer Existenzgrundlage. Wir müssen aufhören, die Böden weltweit auszubeuten und uns von rücksichtslosen, unökologischen, kurzsichtigen Praktiken verabschieden.



Weiterführende Links:


Bodenatlas. Daten und Fakten über Acker, Land und Erde.