Kleine Anfrage: Sojaimporte nach Deutschland


13.10.2020
Die weltweite Nachfrage nach Sojaerzeugnissen hat sich in den vergangenen 50 Jahren mehr als verzehnfacht. Zuletzt ging mehr als ein Viertel der Entwaldung im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso auf Sojafarmen zurück, 95 Prozent davon fanden ohne Genehmigung statt. Ein aktueller Bericht zu den Sojalieferketten in der EU berichtet, dass nur 22 Prozent des in Deutschland verwendeten Sojas als entwaldungsfrei zertifiziert sind. Hierzu befragt Uwe Kekeritz die Bundesregierung.

Sojaöl findet als Nahrungsmittel, in chemischen Anwendungen und in der Produktion von Agrokraftstoffen Anwendung, Sojaschrot wird fast ausschließlich als Futtermittel genutzt. In den Haupterzeugerländern Brasilien, USA und Argentinien werden für den Sojaanbau oft schützenswerte Lebensräume zerstört, z. B. brasilianische Tropenwälder. Trotz eines Soja-Moratoriums werden weiter Amazonaswälder in Brasilien für Sojaplantagen abgeholzt, allein zwischen 2009 und 2016 eine Fläche von rund 60 000 Hektar.

Auch insgesamt steigt die Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet dramatisch an, allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden 9 200 km2 zerstör. Deutschland und der EU kommt als einer der größten Sojaimporteure eine wichtige Verantwortung für diese Urwaldzerstörung zu: Bis zu 20 Prozent der EU-Sojaimporte aus den schützenswerten Amazonas- oder Cerradoregionen könnten noch immer aus illegaler Entwaldung stammen.



Weiterführende Links:
Die ganze Kleine Anfrage zum Nachlesen