Kleine Anfrage: Auslandskomponente und zukünftige Ausrichtung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes weltwärts


16.05.2018
Vor zehn Jahren wurde der deutsche entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“ ins Leben gerufen. Seither haben mehr als 30 000 junge Menschen aus Deutschland einen mehrmonatigen Aufenthalt in einem von über 80 Ländern, vor allem in Lateinamerika, Asien oder Afrika verbracht und sich in entwicklungspolitischen Projekten engagiert.

Dabei versteht sich das Programm primär als Lernprogramm für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Anfang März 2017 veröffentlichte das deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit DEval den Bericht „weltwärts-Freiwillige und ihr Engagement in Deutschland“. Dieser Bericht nimmt die Rückkehrerinnen und Rückkehrer und ihr Wirken in Deutschland unter die Lupe und gibt Aufschluss über die Tendenzen in Bezug auf das ehrenamtliche Engagement vieler weltwärts-Freiwilliger nach ihrer Rückkehr in Deutschland. Weiterer Inhalt des Berichts ist unter anderem die Wirkung auf das soziale Umfeld der Freiwilligen in Deutschland. All dies sind wertvolle Erkenntnisse. Der Bericht evaluiert nach eigener Zielsetzung jedoch explizit nicht den entwicklungspolitischen Nutzen der Freiwilligentätigkeit im Partnerland bzw. die Wirkungen des Programms vor Ort. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des weltwärts-Freiwilligendienstes ist genau dieser Aspekt jedoch von großer Bedeutung. Die Auswirkungen der Freiwilligenarbeit in den Projekten vor Ort sowie auf das lokale soziale Umfeld sind ein bedeutsames Element in der Gesamtbewertung und Überarbeitung des Programms in der Zukunft. Dabei ist es zentral, die Einschätzung der ca. 170 Entsendeorganisationen sowie der lokalen Partner zu berücksichtigen. Auch die Evaluierung der Süd-Nord-Komponente des Programms ist ein wichtiger Baustein für die Verbesserung und den Ausbau von weltwärts, an der inzwischen bereits ca. 1000 junge Menschen aus dem Süden teilgenommen haben. Der Gestaltungsspielraum für die zivilgesellschaftlichen Träger und Partner in den Einsatzländern sowie bei der Ausgestaltung der Qualifizierung und Nachbereitung spielen dabei eine große Rolle. Seit der Evaluation 2014 steuert das „Gemeinschaftswerk“ aus zivilen und staatlichen Trägern das weltwärts-Programm.



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