Kenia plant Schließung der Flüchtlingslager Dadaab und Kakuma


10.05.2016
Nach jahrelangen Drohungen machte die kenianische Regierung Ernst und löste die staatliche Flüchtlingsbehörde auf. Sie arbeitet nun offiziell an der Schließung der Flüchtlingslager Dadaab und Kakuma.

Die Lager bieten seit 1991 hauptsächlich Bürgerkriegsflüchtlingen aus Somalia Schutz. Unterschiedlichen Angaben zufolge sollen dabei zwischen 400-600.000 Personen, darunter viele Kinder und Frauen, betroffen sein.

Uwe Kekeritz zeigt sich besorgt über die Pläne zur Schließung des größten Flüchtlingslagers der Welt. „Kenia bricht internationales Recht. Durch die Auflösung des Camps sind die Flüchtlinge auf sich alleine gestellt und vermehrt Gefahren ausgesetzt. In Somalia, wo die meisten der Bewohner herkommen, herrscht seit 20 Jahren blutiger Bürgerkrieg. Sie dorthin zurückzuschicken ist unverantwortlich,“ so Kekeritz.

Dadaab ist für viele Menschen zur neuen Heimat geworden und junge Menschen kennen kein anderes Leben als das in den Camps. Dadaab ist eine regelrechte Stadt, wo sich lokale Strukturen gebildet haben, mit Läden, einem großen Markt, Schulen und einem eigenen Busbahnhof. Es gibt zweifelsohne große Sicherheitsprobleme in den Lagern. Es fehlt an Polizei oder anderen staatlichen Strukturen. Die zugenommenen Shabaab-Angriffe in Kenia auf die somalischen Flüchtlinge zurückzuführen ist jedoch falsch. Die Menschen sind in den allermeisten Fällen Opfer von Terror nicht Verursacher*innen.

Statt die Schließung des Lagers hinzunehmen muss die internationale Gemeinschaft Kenia dabei unterstützen, die Camps durch verbesserte Sicherheit und Perspektiven für jungen Menschen – insbesondere durch Ausbildungsmaßnahmen und Arbeitsplätze lebenswert zu gestalten. Nur so können mögliche Rückzugsorte und die Rekrutierungsversuche der Terroristen verhindert werden.