Keine Angst vor der Angstmacherei!


23.07.2018
„Unsere Kinder und Enkel sollen auch in Freiheit und Wohlstand leben können. Deswegen müssen wie laut werden gemeinsam dem Rechtsruck entgegentreten“, ermunterte Uwe Kekeritz die Teilnehmer*innen der Informationsfahrt des Bundespresseamtes, die auf seine Einladung Ende Juni nach Berlin gekommen waren.

„Wir dürfen keine Angst haben vor der Angstmacherei. Sondern wir müssen laut werden für Freiheit, Menschlichkeit und Solidarität. In Zeiten, in denen die CSU leichtfertig in Kauf nimmt und Seehofer, Söder und Co. sich anschicken, den Diskurs nach rechts zu verschieben, müssen wir uns in die politischen Diskussionen einmischen“, forderte Kekeritz.

„Was wir von Populismus und Angstmacherei halten, können wir bei der Landtags- und Bezirkswahl im Oktober halten. Wir brauchen auch starke Grüne, um die Energiewende und den Klimaschutz sowie den Artenschutz voranzubringen. Starke Grüne gegen Flächenfraß. Denn was man liebt, das betoniert man nicht“, so Kekeritz.

Wie dringend wir wirksamen Klimaschutz brauchen wird nicht zuletzt an den schwindenden Gletschern in Europa und Peru sichtbar. Das Andenland hatte Uwe Kekeritz Ende Mai mit einer Delegation des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung besucht.

Wirksamer Klimaschutz ist auch ein wichtiger Baustein für die Bekämpfung des weltweiten Hungers, wie Lena Bassermann von der „Welthungerhilfe“ ausführte. Aktuell ist noch jeder neunte Mensch von Hunger und Mangelernährung betroffen. Meist handelt es sich dabei um Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, Landlose sowie um Nomad*innen, Fischer*innen und Indigene.

„Der weltweite Hunger kann überwunden werden. Doch dafür bedarf es eines politischen Wandels“, ist sich Bassermann sicher. Denn Menschenrechte wie zum Bespiel das Recht auf Nahrung sind für die Betroffenen oft nicht einklagbar. Deshalb sind politische Lösungen und Verpflichtungen und letztlich gesetzliche Regelungen vonnöten, damit die Nachhaltigkeitsstrategie der Vereinten Nationen aufgeht.

Wie sinnvoll starke gesetzliche Regeln wären, verdeutlichte schließlich auch der Spaziergang durch das Label-Labyrinth, zu dem Sandra Dusch Silva von der „Christlichen Initiative Romero“ (CIR) bei ihrem Vortrag einlud. Angesichts der langen globalen Lieferkette können Label helfen, nachzuvollziehen, ob bei der Rohstoffgewinnung, bei der Verarbeitung und Produktion und bei der Auslieferung ökologische, soziale und menschenrechtliche Standards eingehalten werden.

Doch Label ist nicht gleich Label. Denn leider werden sie immer wieder für Greenwashing beziehungsweise Socialwashing missbraucht. Deshalb ist es wichtig, den Blick auf die Mindeststandards zu richten, die erfüllt sein müssen, um das Label zu bekommen. Beim Label-Check der CIR schneiden besonders Multi-Stakeholder-Initiativen gut ab. An ihnen sind viele Interessengruppen, vor allem auch Gewerkschaften und andere Interessenvertretung der Arbeiter*innen beteiligt und der Prozess für die Verbesserungen wurde gemeinsam erarbeitet.