Kleine Anfrage: Staatsverschuldung in Entwicklungs- und Schwellenländern und die SARS-CoV-2-Pandemie


19.10.2020
In der Folge der Corona-Pandemie und dem dadurch verursachten wirtschaftlichen Einbruch kommen vielen Entwicklungsländer in Zahlungsschwierigkeiten. Die G20 haben reagiert und stunden Schulden. Aber reicht das aus? Uwe Kekeritz befragt dazu die Bundesregierung.

Die Folgen der COVID-19-Pandemie sind weitreichend. Bis Ende August 2020 gab es laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit mehr als 26 Millionen nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektionen und mehr als 850 000 Todesfälle. Global droht eine wirtschaftliche Depression: Millionen von Arbeitsplätzen und damit Existenzen sind bedroht, Rücküberweisungen der Diaspora in die Länder des Globalen Südens nehmen stark ab, ebenso wie Investitionen. Hunderte Millionen Menschen sind zusätzlich von Armut und Hunger bedroht. Die globalen Eindämmungsstrategien, wenngleich von Staat zu Staat unterschiedlich, gehen einher mit einem drastischen Einbruch der Wirtschaft. Kaum ein Staat kann sich dem aufgrund der engen Verflechtung entziehen. Die Weltbank prognostizierte im Juni 2020 für das laufende Jahr einen Rückgang des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehr als 5 Prozent. Zu Beginn der Pandemie zogen Investoren aus Entwicklungs- und Schwellenländern in bis dahin ungekannter Größenordnung Kapital von in der Spitze über 100 Mrd. US-Dollar ab. Insbesondere die Unterbrechung von Lieferketten und der Einbruch beim Absatz von Rohstoffen bedingt einen enormen Preisverfall und reduziert die Einnahmen rohstoffexportierender Länder drastisch. In der Folge gerieten zahlreiche Entwicklungs- und Schwellenländer, die ohnehin bereits eine z. T. sehr hohe Staatsverschuldung vor dem Ausbruch der Pandemie aufwiesen, in akute Zahlungsschwierigkeiten. Hinzu kommt, dass die Länder für die Gesundheits- und/oder Lebensmittelversorgung der Bevölkerung enorme Summen einsetzen müssen. Die G20, auf Initiative von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF), reagierten darauf mit Sonderprogrammen und einer Stundung des Schuldendienstes (Debt Service Suspension Initiative – DSSI), zunächst befristet bis Ende 2020.



Weiterführende Links:
Die Kleine Anfrage mit den Antworten der Bundesregierung zum Nachlesen