Entwicklungs- & Klimafinanzierung

Die aktuellen Krisen und Konflikte, die im Jahr 2015 verabschiedeten UN-Nachhaltigkeitsziele und das Klimaabkommen von Paris machen deutlich: Gelder für Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Klimaschutz sind dringend nötigt und eine wichtige Investition in unsere Zukunft. Schon 1970 versprachen Geberländer die Entwicklungszusammenarbeit innerhalb von fünf Jahren auf 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Die Bundesregierung scheitert jedoch noch immer daran, ihr Versprechen einzulösen. Dabei verschärft gerade das Fehlen von Geldern die Krisen und verhindert langfristige Investitionen für eine nachhaltige Entwicklung. Globale Gerechtigkeit und Klimaschutz müssen zusammengedacht werden, denn Hunger, gewaltsame Konflikte, der Verlust der Biodiversität, die Klimakrise, sowie Armuts- und Ressourcenkrisen bedingen einander. Statt zusätzliche Mittel bereitzustellen setzt die Bundesregierung aber lieber auf neue Berechnungsmethoden und macht Kosten für die Versorgung von Refugees in Deutschland als Entwicklungsgelder geltend. Das ist mehr als fragwürdig und widerspricht der Idee nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Um diese Probleme wirksam anzugehen, müssen ausreichende Mittel für deren Bewältigung und für eine nachhaltige Entwicklung bereitgestellt werden. Zudem müssen die Länder des Globalen Südens dabei unterstützt werden eigene Steuersysteme zu entwickeln, um wichtigste öffentliche Güter wie Bildung, Gesundheitsdienste und andere Dienstleistungen sowie eine funktionierende Infrastruktur selbst zu finanzieren. Darüber hinaus muss insolventen Ländern des Globalen Südens über einen multilateralen Entschuldungsmechanismus ein Ausweg aus der Schuldenfalle ermöglicht werden.

Artikel zum Thema
23.12.2020

Kleine Anfrage: Rolle der Bundesregierung bei Kohlevorhaben deutscher Unternehmen in Bangladesch

Die Anfrage konzentriert sich auf das Rampal Kohlekraftwerk, das im Gebiet des UNESCO-Weltnaturerbes Sundarbans, dem größten und artenreichsten Mangrovenwald der Welt, entstehen soll. Es gibt ernstzunehmende Warnungen, dass der Bau des Kraftwerks im großen Umfang Flora und Fauna des UNESCO-Weltnaturerbes zerstören wird.

weiter
21.04.2020

Gastbeitrag: Corona-Krise erfasst Afrika: Jetzt müssen die Schulden gestrichen werden

Die Corona-Krise kann im globalen Süden schlimmste wirtschaftliche Folgen haben. Die afrikanischen Staaten müssen wirksam entlastet werden.

weiter
16.04.2020

G20: Das Schuldenmoratorium kann nur ein erster Schritt sein

Zum G20-Beschluss für ein Schuldenmoratorium erklären Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik, und Jürgen Trittin, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:

weiter