Drohende Hungersnot im Südsudan


29.05.2018
Dass im Südsudan abermals Millionen Menschen der Hungertod droht ist eine Katastrophe mit Ansage. Die Bundesregierung und internationale Staatengemeinschaft muss endlich ein Waffenembargo verhängen und die absolut notwendigen Hilfsgelder aufbringen.

Der Ernst der Lage ist bekannt, trotzdem fehlen immer wieder Gelder, um Menschen rechtzeitig mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch die Bundesregierung handelt immer noch zu kurzsichtig und schenkt der Krise im Südsudan zu wenig Aufmerksamkeit. Die Staatengemeinschaft muss langfristig und planbar Mittel zur Verfügung stellen. Denn in der Regenzeit sind weite Teile des Landes für die Nahrungsmitteltransporte über Land nur schwer erreichbar. Wenn die benötigten Gelder frühzeitig zur Verfügung gestellt würden, wären teure Lufttransporte in der Regenzeit nicht in diesem Umfang notwendig.

Mehr als 7 Millionen Menschen, über 60 Prozent der südsudanesischen Bevölkerung, sind auf Hilfe angewiesen. Auf Kinder wirkt sich die Krise doppelt aus. Auch ihr Leben ist vom extremen Hunger bedroht. Gleichzeitig raubt die Mangelernährung ihnen die Chancen ihr volles Potential zu entwickeln. Seit Monaten prognostizierte das Welternährungsprogramm (WFP), dass es im Südsudan erneut eine Hungersnot droht und dass 1.3 Millionen Kinder unter schwerer Mangelernährung leiden werden.

Laut Famine Early Warning Systems Network gibt es nun Berichte wonach im Kreis Pibor (Bundesstaat Boma) bereits ein Fünftel der Haushalte unter einer Hungersnot leidet. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn die Vereinten Nationen von einer Hungersnot sprechen? Bevor die Vereinten Nationen diesen alarmierenden Begriff verwenden müssen verschiedene Indikatoren zutreffen. Unter anderen heißt das: es sterben bereits mehr als 2 von 10.000 Menschen Tag für Tag. Das war in Somalia 2011, im Südsudan 2017 und wohl erneut 2018 der Fall.

Die Grüne Bundestagsfraktion hatte die Bundesregierung unter anderem mit einem Antrag vergeblich aufgefordert sich für ein Waffenembargo gegen den Südsudan einzusetzen, zur Beilegung des Konflikts beizutragen und bis dahin die notwendigen Hilfen mindestens zu verdoppeln. Auch 2018 sind die Programme der Hilfsorganisationen stark unterfinanziert. Alleine das Welternährungsprogramm weist bspw. für den Zeitraum Juni bis Dezember 2018 im Südsudan ein Finanzierungslücke von über 60 Prozent auf.

Die Hauptursache für diese Krise ist jedoch der andauernde Bürgerkrieg, der selbst vor humanitären Helferinnen und Helfern nicht Halt macht. Daher ist ein Waffenembargo gegen den Südsudan dringend geboten, damit dieses jüngste Land der Erde endlich zur Ruhe kommt. Die Grüne Bundestagsfraktion hatte die Bundesregierung zuletzt 2017 vergeblich aufgefordert sich für ein Waffenembargo gegen den Südsudan einzusetzen, zur Beilegung des Konflikts beizutragen und bis dahin die notwendigen Hilfen mindestens zu verdoppeln.



Weiterführende Links:


Antrag: Südsudan ‒ Hungersnot abwenden, Völkermord verhindern