Antrag: Koloniales Unrecht anerkennen, aufarbeiten und der eigenen Verantwortung international gerecht werden


17.11.2020
Der deutsche Kolonialismus und die damit verbundenen deutschen Kolonialverbrechen wurden bis heute nicht umfassend anerkannt und aufgearbeitet. Wir fordern die Bundesregierung auf, die Aufarbeitung der kolonialen Verbrechen und Vergangenheit Deutschland auf allen Ebenen umfassend und unverzüglich voranzutreiben.

Auch über 100 Jahre nach dem formalen Ende des deutschen Kolonialismus gibt es keine angemessene Würdigung der Opfer der deutschen Kolonialverbrechen, auch eine offizielle Entschuldigung blieb bis heute aus. Die rassistische Ideologie des Kolonialismus und kolonial geprägte Denk- und Wahrnehmungsmuster sind längst noch nicht überwunden. Die heute fortbestehenden gesellschaftlichen und transnationalen Folgen des Kolonialismus müssen umfassend aufgearbeitet werden. (Post)koloniale Strukturen („Kolonialitäten“) und tradierte Behauptungen von Ungleichwertigkeit sind immer noch wirkmächtig und bilden auch weiterhin einen Nährboden für Rassismus. Anders als in vielen ehemals kolonisierten Staaten oder auch bei einzelnen Kolonialmächten gab es in Deutschland bis heute keine breite öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte, welche die deutsche und die Gesellschaften in den ehemaligen Kolonien miteinander verbindet.

Der ganze Antrag (19/24381) zum Nachlesen