Weltbevölkerung: Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen stärken


15.11.2012
Der aktuelle UNFPA-Weltbevölkerungsbericht macht deutlich, dass 222 Millionen Frauen in Entwicklungsländern das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung verwehrt bleibt.

Ein Drittel des weltweiten Bevölkerungswachstums ist bisher auf ungewollte Schwangerschaften zurückzuführen. Arme Frauen, mit geringer Bildung, die auf dem Land leben verhüten besonders selten.

Es ist wichtig, dass Frauen selbst entscheiden können, wann für sie und ihre Familie der richtige Zeitpunkt ist, Kinder zu bekommen. Dies gibt jungen Frauen die Chance, ihre Ausbildung abzuschließen und einen Beruf auszuüben. Durch eine selbstbestimmte Familienplanung sind Familien sozial besser abgesichert. So können die Kinder unbeschwert aufwachsen.

Die jährlich 80 Millionen ungewollten Schwangerschaften erschweren die wirtschaftliche Entwicklung armer Länder. Diese Zahl könnte um zwei Drittel gesenkt werden, wenn alle Frauen Zugang zu Verhütungsmitteln hätten. Doch Armut, sozialer Druck und mangelnde Gleichstellung hindern viele Frauen daran. Im südlichen Afrika, dem Erdteil mit der höchsten Geburtenrate,  stirbt jede 39. Frau während der Schwangerschaft. Mittels selbstbestimmter Familienplanung könnte auch die Zahl der Risikoschwangerschaften verringert werden.

Wir brauchen einen integrierten Ansatz, um weltweit das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und reproduktive Gesundheit zu ermöglichen. Finanzielle Hilfen für Verhütungsmittel und Beratungsangebote müssen mit politischem Kommitment, einer Stärkung der Gesundheitssysteme und der Festigung der individuellen Rechte von Mädchen und Frauen einhergehen. Ein Schlüsselfaktor ist es auch den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, insbesondere die Sekundarbildung bleibt Mädchen in Entwicklungsländern oftmals verwehrt.

Uwe Kekeritz setzte sich fortwährend für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Als Vorsitzender des Unterausschuss Gesundheit in Entwicklungsländern ist ihm insbesondere die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung von Frauen ein Anliegen.



Weiterführende Links:


UNFPA-Weltbevölkerungsbericht 2012. Das Recht auf Entscheidung - Familienplanung, Menschenrechte und Entwicklung