Weiter schlimme Zustände in Zirndorf


29.10.2012
Auch nach dem Wintereinbruch müssen AsylbewerberInnen in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung (ZAE) in Zirndorf in Zelten und Garagen hausen. Uwe Kekeritz und die beiden Bezirksvorsitzenden der mittelfränkischen Grünen, Julia Bailey und Ruth Halbritter, waren mit einer Grünen Delegation vor Ort, um sich ein Bild von den schlimmen Zuständen zu machen.

„Es ist erschütternd, dass auch nach Wochen Menschen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen auf engstem Raum und unter miserablen hygienischen Bedingungen leben müssen,“ resümiert Uwe Kekeritz. „Zeltlager kenne ich von meinen Reisen in viele Krisengebiete dieser Welt. Es ist erbärmlich, dass jene, die aus Elends- und Kriegsgebieten auf dieser Welt unter widrigsten Umständen fliehen müssen, nun ausgerechnet im reichen Bayern nur unter Zeltplanen Schutz finden sollen. Haderthauer und die Staatsregierung sollten sich schämen,“ so Kekeritz.

Etwa 880 AsylbewerberInnen waren beim Besuch von Uwe Kekeritz und Julia Bailey in der ZAE untergebracht, die eigentlich für maximal 500 ausgelegt ist. Zwar sind Zelte und Garagen beheizt, doch Enge und Kälte machen den Menschen sehr zu schaffen. Auch die Sanitäranlagen sind nicht für so viele Personen ausgelegt, sodass immer wieder das warme Wasser ausfällt. Nur noch ein Notprogramm können die Caritas und die Asylgruppe St. Rochus anbieten. Die Räume für ihre wichtige und engagierte Arbeit sind mit Matratzenlagern belegt.

„Die CSU-Minister Friedrich und Herrmann reden Ressentiments und Rassismus das Wort. Mit ihren Forderungen nach mehr Druck auf die AsylbewerberInnen agieren sie völlig an den drängenden humanitären Problemen vorbei. Keiner verlässt seine Heimat grundlos. Auch wir sind in der Verantwortung, die Situation für Sinti und Roma in ihren Herkunftsländern zu verbessern. Wenn die Diskriminierung in Osteuropa endlich ein Ende hat, haben Sinti und Roma vor Ort auch eine Perspektive,“ erklärt Julia Bailey.

Die zuständige Staatsregierung muss jetzt unverzüglich handeln und alle Kräfte bündeln, um die Situation in der ZAE zu normalisieren. Warum AsylbewerberInnen aus Zirndorf nicht kurzfristig in der Bundeswehrkaserne in Roth untergebracht werden können, leuchtet nicht ein. Dort gäbe es passende Unterkünfte.