Was essen wir morgen?


04.09.2012
Martin Häusling (MdEP) diskutierte mit Uwe Kekeritz und anderen ExpertInnen über die Zukunft unserer Ernährung

Die Welt ist im Ungleichgewicht: Immer häufiger werden Regionen von schweren Hungerkrisen heimgesucht. In allen Teilen der Welt häufen sich extreme Klimaverhältnisse. Die USA durchleben gerade die schlimmste Dürre seit 50 Jahren.

„Um diese Krise zu lösen, brauchen wir einen integrierten Ansatz“, betonte Uwe Kekeritz. Dabei müssen die FairTrade-Bewegung, die Regionalbewegung, die Entwicklungszusammenarbeit und Bäuerinnen und Bauern zusammenarbeiten“. Umso mehr freute er sich, dass sein Kollege aus dem Europaparlament, Martin Häusling, in Mittelfranken zu Gast war. Häusling ist Agrartechniker und Biobauer in Nordhessen und in der grünen Fraktion zuständig für das Thema Landwirtschaft.

Mit Häusling diskutierten VertreterInnen des Bauernverbands, des Verbands deutscher Milchviehhalter, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der Mission EineWelt. „Ganz gleich ob konventionelle oder ökologische Landwirtschaft: Wir sind uns einig, dass die übertriebene Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in- und außerhalb Europas für Biokraftstoffe der falsche Weg ist“, fasste Häusling die Meinungen zusammen.

Kekeritz konnte von mehreren Auslandsreisen berichten: „Die Biospritpolitik der EU ist eine treibende Kraft des landgrabbings, das Länder des Südens nachhaltig schwächt“. Währenddessen steigen die Preise für Grundnahrungsmittel explosionsartig an: Die Weltmarktpreise für Soja sind seit Juni um 30% gestiegen, für Mais und Weizen sogar um 50%. „Das könnte die Lage für Ostafrika noch kritischer werden lassen“, befürchtete Kekeritz, der die Prävention von Hungerkrisen einfordert. Bereits jetzt sind 13,3 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

In Europa auf der anderen Seite führt die fehlende Wertschätzung für unsere billig hergestellten Lebensmittel dazu, dass ein Drittel der Nahrungsmittel im Müll landet. Fleischproduktion geschieht auf Kosten von Hunger in anderen Ländern. Auch die Bäuerinnen und Bauern hierzulande müssen sich immer mehr dem Gesetz der Industrie unterwerfen. „Wenn ein Geflügelzüchter gerade einmal acht Cent pro Hähnchen bekommt, läuft doch etwas schief“, war sich Kekeritz sicher.

Ökologisch bewusste, flächen und- ressourcenschonende Landwirtschaft, für dieses Ziel kämpft Häusling. Kekeritz forderte außerdem ein faires Miteinander in der Einen Welt ein.