Verbindliche Regeln für eine gerechtere Welt


12.06.2017
Im Rahmen der Informationsfahrt des Bundespresseamtes auf Einladung von Kekeritz unter dem Titel „Globale Gerechtigkeit. Wie schaffen wir das?“ standen eine Diskussion im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf dem Programm sowie Treffen mit dem „Inkota-Netzwerk“ und der „Welthungerhilfe“. Außerdem nahm die Gruppe an einem Vortrag im Plenarsaal des Bundestags teil.

„Der Einsatz für eine gerechtere Welt fängt bei uns an. Auch Deutschland ist Entwicklungsland zum Beispiel hinsichtlich verbindlicher Regeln für Unternehmen, die in Ländern des globalen Südens produzieren. Das muss sich ändern“, fordert Uwe Kekeritz.

Es sei Aufgabe von Staaten und Unternehmen, Menschenrechte zu schützen beziehungsweise zu achten und Mindeststandards einzuhalten. Verbraucher*innen alleine könnten das nicht leisten. Frankreich, das ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hat, könnte hier Vorbild sein, ist der entwicklungspolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion überzeugt.

Demgegenüber gilt dem BMZ weiterhin die Zusammenarbeit mit deutscher Wirtschaft als Allheilmittel. Verbindliche ökologische und soziale Standards sind Fehlanzeige. Auch im viel gefeierten Textilbündnis setzt man lieber auf Wirtschaftsfreundlichkeit und Freiwilligkeit, statt auf verbindliche Vereinbarungen. Wie viel das am Ende des Tages bringt, wird sich noch weisen müssen.

Für verbindliche soziale und ökologische Regelungen in der Agrarpolitik sprach sich Lena Michelsen vom „Inkota-Netzwerk“ aus: „Durch Megafusionen im Agrarbereich, zum Beispiel von Bayer und Monsanto droht eine Machtkonzentration zum Nachteil der Bäuerinnen und Bauern, besonders im globalen Süden. Dem muss die Politik Einhalt gebieten.“

Bereits heute sind 50 Prozent der Hungernden weltweit Kleinbauern und Kleinbäuerinnen. Dem muss die Politik entgegenwirken und kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern.

Dies würde sich positiv auf Saatgutvielfalt und Biodiversität auswirken, was wichtig ist für die Widerstandsfähigkeit, besonders in Zeiten des Klimawandels. Auch wären weniger schädliche Pestizide vonnöten und die Ernährungssouveränität würde gefördert.

Auch Lena Bassermann und Claudia Katzl von der „Welthungerhilfe“ machten darauf aufmerksam, dass besonders Kleinbauern und Kleinbäuerinnen wegen Landraub und einer einseitigen Agrarpolitik verarmen und hungern.

Doch eine Welt ohne Hunger und Armut bleibt das Ziel der „Welthungerhilfe“. Dazu gibt sie Hilfe zur Selbsthilfe, die sie sowohl als Nothilfe bei Katastrophen als auch als langfristige Zusammenarbeit leistet, um Regionen zu entwickeln.

Um nachhaltige Ernährungssicherheit sicherzustellen, setzt die „Welthungerhilfe“ auf die Förderung standortgerechter Landwirtschaft, den Zugang zu sauberem Wasser, umweltfreundliche Energieversorgung und die Verbesserung von Gesundheit und Bildung. Wichtig ist es dabei, den Personen, die Hilfe empfangen auf Augenhöhe zu begegnen und deren Bedürfnisse ernst zu nehmen.