Veranstaltung: Familienplanung rettet Leben


22.03.2010
Familienplanung ist fundamental wichtig um die Kinder- und Müttergesundheit in Entwicklungsländern voran zu treiben. Leider hat der kanadische Außenminister ausgeschlossen, dass Familienplanung in der Initiative der G8-Präsidentschaft eine Rolle spielen wird.

Familienplanung ist fundamental wichtig um die Kinder- und Müttergesundheit in Entwicklungsländern voran zu treiben. Leider hat der kanadische Außenminister am 16. März im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des kanadischen Parlaments ausgeschlossen, dass Familienplanung in der Initiative der G8-Präsidentschaft zu Kinder- und Müttersterblichkeit eine Rolle spielen wird. „Familienplanung muss fester Bestandteil der G8-Strategie bleiben“, erklärt Uwe Kekeritz, Vorsitzender des Unterausschusses Gesundheit in Entwicklungsländern. Über eine halbe Million Frauen sterben jedes Jahr an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, ungefähr 68.000 dieser Todesfälle lassen sich auf unsichere Abtreibungen zurückführen. Noch nicht mitgezählt sind dabei die 10 Millionen Mütter, die an den Langzeitfolgen von Geburtskomplikationen leiden. „Familienplanung ist ein Instrument was unerlässlich ist, um den Tod unzähliger Frauen und Kinder zu verhindern, es darf nicht in Vergessenheit geraten“, so Uwe Kekeritz am Rande einer fachpolitischen Podiumsdiskussion zum Thema. Eingeladen hatte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und neben dem Unterausschuss-Vorsitzenden Kekeritz waren der Einladung auch die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und die ugandische Parlamentarierin Sylvia Ssinabulya gefolgt. Der diesjährige G8-Gipfel findet im Juni in Huntsville, Kanada statt. Unter der Leitung von Stephen Harper, dem Premierminister des Gastlandes, werden auch die Millenium Development Goals (Die UN-Entwicklungsziele, die bis 2015 erreicht werden sollen) eine wichtige Rolle spielen. Am schlechtesten steht es dabei um die Ziele vier und fünf, Kinder- und Müttergesundheit. Auf ihrem letzten Gipfel in L’Aquila haben sich die G8-Staaten noch darauf geeinigt, die gemeinsamen Anstrengungen im Bereich Kinder- und Müttergesundheit zu intensivieren, „including […] sexual and reproductive health care and services and voluntary family planning.“ Nach Angaben des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hat sich die jährliche Müttersterblichkeitsrate zwischen 1990 und 2005 um weniger als ein Prozent verringert. Um die Zielvorgabe des MDG 5 (zwischen 1990 und 2015 soll die Müttersterblichkeit um drei Viertel reduziert werden) noch zu erreichen, wäre eine drastische Verbesserung in den kommenden Jahren notwendig. Hinzu kommt: Stirbt die Mutter eines Babys, verzehnfacht sich das Risiko des Kindes den fünften Geburtstag nicht mehr zu erleben! Wenn Kinder- und Müttergesundheit wirklich verbessert werden sollen, müsse investiert werden, so Uwe Kekeritz. „Frauen müssen Zugang zu ärztlicher Versorgung erhalten. Dazu bedarf es einer besseren Infrastruktur, sozialer Sicherungssysteme und eines gesicherten Zugangs für Frauen zu ärztlicher Versorgung.“