Verabschiedung der globalen Nachhaltigkeitsagenda: Bundesregierung muss liefern


29.09.2015
Am 25. September beschlossen die Vereinten Nationen die Ziele für die globale Nachhaltigkeitsagenda (Sustainable Development Goals, SDGs).

Die  17 Ziele sollen Lösungen im Hinblick auf die globalen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen bringen und haben Gültigkeit für alle UN-Mitgliedsstaaten. „Es ist sehr lobenswert, dass die Mitgliedsstaaten auf globaler Ebene im Rahmen der Nachhaltigkeitsagenda zusammenarbeiten und Umwelt und Entwicklung endlich zusammen gedacht wird.  Wichtig ist nun, dass auch die Industriestaaten durch konkrete nationale Anstrengungen ihren Beitrag leisten“, so Uwe Kekeritz.

Jetzt gilt es sich nicht auf dem Erfolg der Verabschiedung dieser Ziele auszuruhen. Die 17 Ziele müssen von den Mitgliedsstaaten mit einem starken Willen umgesetzt werden – dies betrifft natürlich auch die Bundesrepublik Deutschland. Aktuell ist Deutschland Weltmeister in der Kohleverstromung. In keinem anderen Land der Welt werden pro Kopf so viele Kleidungsstücke verbraucht und auch beim Fleischkonsum nimmt die Bundesrepublik eine führende Position ein.  Darüber hinaus ist in Deutschland  der Wohlstand – im Vergleich zu den  anderen Staaten der Eurogruppe – am wenigsten gleich verteilt. Uwe Kekeritz erklärt daher: „Wenn die Bundesregierung die SDGs glaubwürdig umsetzen möchte, müssen national umfassende strukturelle Änderungen angepackt werden. Hierzu benötigt es sofort einen Plan zur Umsetzung konkreter Maßnahmen und einer ressort-übergreifenden Abstimmung zwischen den Ministerien“.

Nicht nur auf nationaler Ebene haben die SDGs für Deutschland eine große Bedeutung. Um beispielsweise die Ziele der Hunger- und Armutsbekämpfung sowie den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen zu erreichen, muss Deutschland sein internationales Engagement ausweiten. Uwe Kekeritz kritisiert: „Es ist nachwievor unverantwortlich, dass die Bundesregierung ihre Zusagen von 0,7% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit weiterhin nicht erreicht. Ich erwarte von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis die SDGs umzusetzen. Hierzu braucht es ganz klar auch die finanzielle Unterfütterung“.

Die Bundesregierung kann ihre Ernsthaftigkeit zur Umsetzung der SDGs Ende des Jahres auf der Weltklimakonferenz in Paris unter Beweis stellen. Deutschland muss mit gutem Beispiel vorweggehen die globalen Klimaprobleme in Angriff zu nehmen. Hierzu gehört beispielsweise eine Vorreiterrolle bei der Abschaltung der Kohlekraftwerke aber insbesondere konkrete langfristige Mittelzusagen, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen.

Die Grüne Bundestagsfraktion hat der großen Koalition bereits sehr konkrete Vorschläge gemacht, wie die SDGs in Deutschland umgesetzt werden können. Hierzu wurde zu jedem SDG-Ziel ein Antrag im Bundestag eingereicht (siehe Links).



Weiterführende Links:


www.gruene-videos.de/repository/initiativen/Antrag_UN-Nachhaltigkeit-Ziel1_Armut_F185-15.pdf
www.gruene-videos.de/repository/initiativen/Antrag_UN-Nachhaltigkeit-Ziel2_Hunger-Landwirtschaft_F186-15.pdf
www.gruene-videos.de/repository/initiativen/Antrag_UN-Nachhaltigkeit-Ziel4_Bildung_F188-15.pdf