UNAIDS Report: Erfolge bei der Bekämpfung von HIV/AIDS


20.11.2012
Seit 2001 ist in 25 Ländern eine Halbierung der HIV-Neuinfektionen zu erkennen. In der Karibik, der am zweit stärksten betroffenen Region nach Subsahara-Afrika, verringerte sich die Rate der HIV-Neuinfizierungen um 42%. Die weltweiten Anstrengungen im Kampf gegen die tödliche Epidemie zeigen Wirkung. Es bewahrheitet sich, viel hilft viel, so Uwe Kekeritz.

Doch nicht überall sind die Entwicklungen positiv. Im Mittleren Osten und Nordafrika stieg die Zahl der Neuinfizierten seit 2001 um mehr als 35%. Auch in Osteuropa und Zentralasien erhöhte sich die Rate der Neuinfizierungen in den letzten Jahren. Ebenso stieg die AIDS – Sterblichkeitsrate in diesen vier Regionen obgleich sich weltweit die HIV-Sterblichkeitsrate verringerte. Selbst in Subsahara-Afrika sank die Rate zwischen 2005 und 2011 um ein Drittel. Dennoch bleibt Subsahara-Afrika die von der HIV-Epidemie global am stärksten betroffene Region.

Handlungsbedarf ist ungebrochen

Großes Potential gibt es immer noch bei der Aufklärungsarbeit. In mehr als der Hälfte der stark betroffenen Ländern  haben weniger als 50% der jungen Frauen umfassendes Wissen über HIV/AIDS. Risikogruppen für HIV-Infektionen bleiben SexarbeiterInnen und Menschen, die Drogen injizieren.

Erfreulich ist es, dass seit den letzten zwei Jahren 63% mehr Patienten Zugang zu HIV-Medikamenten hatten. Über 8 Millionen HIV-Infizierte hatten Zugang zu Medikamenten – allerdings blieb der Zugang  sieben Millionen verwehrt. Patente verhindern hier die lebensrettende medizinische Versorgung.

Dass 72% der HIV-infizierten Kindern keine Medikamente erhalten ist erschütternd, so Uwe Kekeritz, Vorsitzender des Unterausschusses Gesundheit in Entwicklungsländern. Die hohen Preise für gute Medikamente sind für den ärmeren Teil der Weltbevölkerung schlicht nicht finanzierbar. Diese Bilanz ist noch keineswegs zufriedenstellend.

Fortschritte bei Vermeidung der Mutter-Kind Übertragung

Insbesondere konnte die Infektionsrate bei Neugeborenen abgesenkt werden. 2011 war die Infektionsrate unter Neugeborenen 24% niedriger als 2009. In Subsahara-Afrika erreichen die Programme zur Prävention der Mutter- und Kind Übertragung 59% der Mütter. In den Millennium- Entwicklungszielen hatte sich die Weltgemeinschaft aber zu der Verhinderung jeglicher Mutter-Kind Übertragung verpflichtet. 2011 infizierten sich immer noch etwa 330 000 Kinder mit HIV. Hier ist noch viel zu tun, so Kekeritz. Und sagt weiter, die Erfolge der letzten Jahre müssen zum Anlass genommen werden, noch mehr zu tun. Denn was wir heute nicht tun, werden wir morgen nicht mehr aufholen können.

Verantwortung zeigen und finanzielle Versprechen halten

Es fehlen noch dreißig Prozent für die 22-24 Milliarden US-Dollar, die weltweit gebraucht werden um auf die HIV/AIDS-Epidemie zu reagieren. Die Bundesregierung profilierte sich angesichts dessen nicht gerade als zuverlässige Gebernation. Immer wieder hatte sie ihre Beiträge für den Globalen Aids-Fonds im letzten Jahr zurückgehalten. Die zahlreichen Proteste von Opposition und Zivilgesellschaft haben aber Wirkung gezeigt und die Beiträge werden wieder ausgezahlt.

Allerdings fordern wir Grüne auch in der Finanzierung mehr Verantwortung zu übernehmen und den deutschen Beitrag deutlich aufzustocken. Unter der derzeitigen Regierung verausgabt Deutschland gerade einmal 0,032% des Bruttonationaleinkommens für den Bereich Gesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit. Das erklärte Ziel der WHO ist aber, dass alle Mitgliedsstaaten bis Ende 2012 für diesen Bereich 0,1% aufbringen. Deutschland bricht damit mal wieder ein internationales Versprechen. Auch das über 40 Jahre alte Versprechen zu den 0,7 Prozent ist unter Niebel in weite Ferne gerückt.