„Point of no return“ – der Weltklimabericht schlägt Alarm


03.04.2014
Am 31.März wurde der zweite Teil des diesjährigen Weltklimaberichts veröffentlicht, der die Auswirkungen des Klimawandels und mögliche Anpassungsansätze skizziert.

Der Weltklimabericht (IPCC) „Folgen, Anpassung und Verwundbarkeit durch den Klimawandel“ spricht eine klare Sprache: es drohen hohe Ernteverluste, die insbesondere die Ernährungssituation der bereits vom Hunger bedrohten Menschen weiter verschärfen würden. Gerade die Ernten bei Grundnahrungsmitteln wie Weizen oder Reis drohen um ein Fünftel einzubrechen. Aber auch Wasserknappheit, der Verlust von Lebensräumen durch Wetterextreme und der Anstieg des Meeresspiegels sind die prognostizierten Folgen des Klimawandels. Viele Tier- und Pflanzenarten, so die WissenschaftlerInnen, seien durch das veränderte Klima vom Aussterben bedroht. Betroffen von den verheerenden Folgen des Klimawandels sind insbesondere die ärmsten Menschen, denn sie haben nicht die Mittel, etwas gegen die bereits auftretenden Folgen der Erderwärmung zu unternehmen.

Bundesminister Müller betonte, man stünde vor einer „gewaltigen Zukunftsaufgabe“. Man müsse „die natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten“ bewahren. Angesichts dieser Aussagen wirkt es allerdings grotesk, dass im diesjährigen Haushaltsentwurf gerade die Zusagen im internationalen Klimaschutz gekürzt wurden. Klimaschutz und die Anpassung gibt es aber nicht umsonst.

Uwe Kekeritz kämpft seit Jahren für eine nachhaltige und klimafreundliche Politik. „Die Vernachlässigung des Klimaschutzes kann und darf nicht toleriert werden. Wir tragen die Verantwortung für künftige Generationen und müssen jetzt handeln“, so Kekeritz. Die WissenschaftlerInnen zeichnen desweilen ein düsteres Bild: Der „point of no return“ wäre bereits erreicht, jetzt ginge es lediglich um Schadensbegrenzung.

Kekeritz betont, „die Bundesregierung muss den Bericht ernst nehmen und die Klimapolitik wieder ganz oben auf die Agenda setzen. Das heißt konkret, dass sie sich unter anderem für ehrgeizige und verbindliche Ziele im Bereich Klimaschutz, Effizienz und Erneuerbare Energien einsetzen muss und die dramatischen Kürzungen in der internationalen Klimafinanzierung korrigiert. Das heißt auch, dass die Bundesregierung der steigenden Braunkohleförderung eine Abfuhr erteilt und den europäischen Emissionshandel reformiert. Der IPCC-Bericht ist ein wichtiges Warnsignal. Ein weiter so darf es nicht geben.“