Palmölanbau in Indonesien – Wie „Grüne Wüsten“ Mensch und Umwelt bedrohen


02.03.2016
Laut Vorhersagen der Europäischen Union wird die Nachfrage nach Palmöl von derzeit rund 20 Millionen Tonnen auf 40 Millionen Tonnen im Jahr 2020 steigen. Pro Jahr werden 300.000 Hektar für neue Plantagen benötigt. Indonesiens Regenwälder werden weiter zerstört. Die Zeche zahlen Menschen und Tier in den Anbauländern.

Der Palmölanbau  bedroht nicht nur den Lebensraum vieler Tiere, auch das Leben der Menschen wird drastisch verändert.  Durch illegale Brandrodungen verlieren viele indigene Völker gezwungener Maßen ihre Heimat. Unternehmen informieren die betroffenen Gemeinschaften nicht über neue Palmöl-Projekte.  Das Recht auf Eigentum und Meinungsfreiheit wird dabei einfach ignoriert. Landbesitzer werden manipuliert. Ihnen werden Entschädigungen garantiert – die sie nie erhalten. Durch den Palmölboom verlieren auch Bauern ihr Land. Ohne Einkommen ist die Ernährungssouveränität der Bevölkerung zunehmend in Gefahr.

Zudem beachten die Palmöl-Unternehmen traditionelle Landrechte der Bevölkerung nicht – neue Plantagen entstehen ohne Genehmigung einer zuständigen Verwaltung.  Auch die Arbeitsbedingungen auf den Plantagen sind menschenunwürdig: Unterbezahlte Arbeit, unkontrolliertes Umgehen mit hochgiftigen Pestiziden und sogar Kinderarbeit. Arbeiterfamilien leben isoliert inmitten einer Plantage, ohne Kontakt zur Außenwelt. Im Jahr 2010 wurden 5.000 Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Indonesien gemeldet. 30 Prozent waren mit dem Anbau von Palmöl verbunden.

Während Länder wie Deutschland jährlich etwa eine Million Tonnen Palmöl importieren, erkrankten  allein letztes Jahr in Indonesien über 500.000 Menschen an den Folgen der Luftverschmutzung, die durch die Brandrodungen entstand.

Um den Palmölanbau zu verbessern, braucht es menschenrechtsbasierte Programme zur Förderung einer kleinbauernbasierten Landwirtschaft. Auch die Rechte der Bevölkerung müssen endlich respektiert  und die international anerkannten Umwelt- und Menschenrechtsabkommen eingehalten werden.

Uwe Kekeritz mahnt an: „Auch in Europa braucht es ein Umdenken. Palmölimporte in die EU müssen an verbindliche Umwelt- und Sozialstandards gekoppelt werden“.