Not lindern – Ernährungskrise in Herkunftsländern beenden!


30.09.2015
Die Nothilfe des WFP für die gesamte Region ist bisher nicht einmal zur Hälfte gedeckt. Teilweise wurden Nahrungsmittelrationen halbiert. Flüchtlingen stehen somit täglich nicht einmal 50 $-Cent zur Ernährung zur Verfügung.

Die katastrophale Ernährungssituation in Flüchtlingslagern in und um Syrien und bei der Versorgung der vertriebenen Menschen zwingt viele zu schwierigen Entscheidungen. Hunger und Mangelernährung sind in gravierendes Problem. Eine ausreichende Ernährung ist vielerorts nicht mehr möglich. Kinder gehen nicht mehr in die Schule, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Eltern verzichten selbst auf Mahlzeiten um ihre Kindern wenigstens halbwegs versorgen zu können. Aus schierer Verzweiflung machen sich Flüchtlinge auf nach Europa oder zurück nach Syrien.

Die jüngsten Zusagen der Bundesregierung – bspw. des Entwicklungsministers Gerd Müller über 20 Millionen Euro Soforthilfe für das World Food Programme (WFP) – waren ein richtiger aber längst überfälliger Schritt. Minister Müller zeigt sich Land auf Land ab empört über die Kürzung von Nahrungsmittelrationen für Flüchtlinge in und um Syrien. Dabei war die Situation abzusehen! Das WFP und andere Organisationen sind seit Jahren chronisch unterfinanziert. Im Jahr 2014 konnten nicht einmal zwei Drittel der benötigten Gelder bereitgestellt werden. Dieses Jahr sieht es bisher noch düsterer aus. Sollten nicht umfassende Zusagen erfolgen, wird nur etwa die Hälfte der weltweit erforderlichen rund 8,5 Milliarden US-Dollar zusammen kommen. Selbst wenn man letzten Zusagen der Bundesregierung hinzu nimmt erreichen die deutschen Beiträge für das WFP-Programm in und um Syrien höchstens das Niveau der Vorjahre.

Die Bundesregierung versäumt es beim Thema Welthunger eine Führungsrolle einzunehmen. Die Militarisierung der Flüchtlingspolitik im Mittelmeer und die Zusammenarbeit mit Diktatoren als so genannte Fluchtursachenbekämpfung sind der falsche Weg.

Dabei war der Bedarf für die Versorgung der Flüchtlinge weitestgehend abzusehen. Die aktuellen Zusagen der Bundesregierung sind begrüßenswert. Deutschland bleibt damit jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das Hungern in Flüchtlingslagern geht weiter. Anstatt erst auf humanitäre Katastrophen zu reagieren sollte die Bundesregierung Hilfsorganisationen strukturell stärker finanzieren und langfristig Gelder zusagen, damit für traumatisierte und vertriebene Menschen wenigstens die Versorgung mit dem Nötigsten gewährleistet werden kann.