Never Again – Zum 20. Jahrestag des Völkermordes in Ruanda


03.04.2014
Am 7. April 1994 jährt sich der Völkermord in Ruanda zum 20. Mal. Uwe Kekeritz traf im Rahmen einer Gedenkveranstaltung die ruandische Botschafterin und Zeitzeugen, die von ihren Erfahrungen während des Genozids berichteten.

„Die Katastrophe in Ruanda hatte unvorstellbare Ausmaße. Die Gräueltaten sind kaum mit Worten zu beschreiben. Zur Geschichte gehört jedoch auch, dass die internationale Gemeinschaft Ruanda im Stich gelassen hat. Die Situation im Land war bekannt. Der Völkermord konnte praktisch live im Fernsehen verfolgt werden aber die Tatenlosigkeit der Staatengemeinschaft führte zu einer der schlimmsten Tragödien unserer Zeit“, sagte Uwe Kekeritz nach der bewegenden Zusammenkunft.

1994 versuchte die Volksgruppe der Hutu die Minderheit der Tutsi in Ruanda auszulöschen. Dabei  wurden in nur drei Monaten 800,000 Menschen ermordet – neben Tutsi auch moderate Hutu. Der Völkermord gilt als der schnellste Genozid der Geschichte. Bereits seit 1992 hatte es etliche ethnische Konflikte und Säuberungen gegeben – die Industriestaaten reagierten jedoch nicht.

Auch der Bundestag gedenkt am Freitag, den 4. April den Opfern des Völkermordes.  Die Grünen werden zudem zusammen mit SPD und CDU/CSU den Antrag „Erinnerung und Gedenken an die Opfer des Völkermordes in Ruanda 1994“ in den Bundestag einbringen.

Aus grüner Perspektive gilt es jedoch anlässlich dieses Gedenktages, nicht nur die Anstrengungen zur Aufarbeitung des ruandischen Völkermords zu würdigen. Man  muss auch die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft für die damalige Katastrophe thematisieren und Lehren aus diesem Versagen ziehen.

Derzeit stehen etliche afrikanische Staaten vor dem Kollaps. Die Lage im Süd-Sudan spitzt sich zu, Somalia und der Kongo kommen nicht zur Ruhe und in der Zentralafrikanischen Republik droht ein neuer Völkermord. Hierzu noch einmal Uwe Kekeritz: „Jetzt schlägt die Stunde der Zivilen Krisenprävention! Unsere Außenpolitik darf sich nicht dadurch auszeichnen immer zu spät zu kommen, sondern muss frühe Warnungen ernst nehmen. Die Staatengemeinschaft muss entschieden handeln um Schlimmeres zu verhindern.“