Neue Initiativen im Kampf für gute Arbeit weltweit – Uwe Kekeritz hat Kontakt zu Otto, Aldi und Lidl aufgenommen


10.12.2013
Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern in den betroffenen Ländern soll nun der Kampf für bessere Arbeitsbedingungen verstärkt werden. Vor diesem Hintergrund hat sich Uwe Kekeritz mit zwei indischen Textilarbeiterinnen und einer Regierungsdelegation aus Bangladesch getroffen, um über weitere Initiativen gegen die ausbeuterischen und erniedrigenden Arbeitsverhältnisse in den Textilfabriken der beiden Länder zu sprechen.

Im Fokus des Gesprächs mit den Arbeiterinnen aus Indien stand das Sumangali-System, in dem 14 bis 17 Jahre alte Mädchen mehrere Jahre unter katastrophalen Bedingungen arbeiten, um am Ende dieser Zeit eine Pauschalsumme zu erhalten. Die Manager der Fabriken, fast immer Männer, erzählen den meist aus armen Verhältnissen stammenden Mädchen bei der Rekrutierung, das Geld solle als Mitgift verwendet werden und sie somit zu „glücklichen Bräuten“ machen. Diese Pauschalsummen sind jedoch nicht nur unverhältnismäßig niedrig, sondern werden den Frauen häufig nie ausgezahlt. Drei Jahre harte Arbeit ohne jeglichen Lohn! Auch deutsche Firmen lassen in Sumangali-Fabriken  produzieren. So bezieht z.B. Otto Waren aus der Sumangali-Produktion. Uwe Kekeritz hat bereits Kontakt mit Otto aufgenommen.

Zur Delegation aus Bangladesch gehörten unter anderem ein Staatssekretär aus dem Arbeitsministerium, Industrie- und Gewerkschaftsvertreter. Auch hier tauschten sich die Gesprächsteilnehmer über die Arbeitsbedingungen von NäherInnen aus. Dabei wurden nicht nur niedrige Löhne und schlechte Sicherheitsstandards in bangladeschischen Fabriken thematisiert, sondern auch die Entlassung von ArbeiterInnen, die sich in Gewerkschaften organisiert haben.

Laut noch unbestätigten Berichten von Nichtregierungsorganisationen sollen 72 Frauen in Fabriken in Bangladesch entlassen worden sein, weil sie eine Gewerkschaft gegründet haben. In den Fabriken soll für Aldi und Lidl produziert worden sein. Uwe Kekeritz geht den Vorwürfen nach. Er hat sich in Briefen an die beiden Discounter gewandt, um Informationen über den Fall einzuholen.

Während sich in erster Linie die Regierungen vor Ort konsequenter für besser Arbeitsverhältnisse in ihren Fabriken einsetzen sollten, müssen auch deutsche Unternehmen nach wie vor stärker in die Verantwortung genommen werden. Wenn nichts geschieht, werden die Näherinnen auch in Zukunft einen viel zu hohen Preis für einen viel zu geringen Lohn zahlen – damit KonsumentInnen in den Industrieländern anschließend die Kleidung zu einem Spottpreis kaufen können. Uwe Kekeritz wird sich auch in der 18. Legislaturperiode dafür einsetzen, dass solchen raubtierkapitalistischen Zuständen ein Ende gesetzt wird.