Moderne Sklaverei statt Fußball Fest


27.01.2014
Die Vorbereitung der Fußball WM in Katar forderte wohl hunderte Tote. Weder die Fifa noch der DFB schreitet ein.

Bereits im September wurde bekannt, dass in Katar duzende Arbeiter auf den Großbaustellen für die Fußball Weltmeisterschaft 2022 ums Leben kamen. Nun zeigt sich, dass weitaus mehr Menschen starben als bislang angenommen. Im Jahr 2013 starben allein 185 Gastarbeiter aus Nepal. Da diese nur ein Sechstel der Arbeiterschaft ausmachen, dürfte die Zahl der Toten insgesamt weitaus höher liegen.

Uwe Kekeritz äußert sich fassungslos über die schockierenden Meldungen: „Die Lage der Gastarbeiter in Katar sind ein Skandal! Dass Menschen für Ausrichtung von Sportveranstaltung mit dem Leben bezahlen, ist schlicht untragbar. Die Fifa und der Deutsche Fußballbundbund müssen endlich aufhören Lippenbekenntnisse abzugeben und ihren Worten Taten folgen lassen!“

Der fränkische Abgeordnete ist seit geraumer Zeit in Kontakt mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Dieser hatte in einem Brief an Herrn Kekeritz erklärt, dass ein Entzug der WM  derzeit kein Thema sei. Allerdings würde sich eine neue Situation ergeben, wenn „sich an den Arbeitsbedingungen nichts ändern sollte.“ Nach den neusten Veröffentlichungen stehen Niersbach und der DFB nun unter Zugzwang. Die neuerliche Verurteilung der Situation und die abstrakte Androhung von Konsequenzen erscheinen hilflos und inkonsequent.

Hierzu noch einmal Uwe Kekeritz: „Die Zustände in Katar sind seit Jahren bekannt! Jeder weiß, dass dort systematisch Frauen unterdrückt und Homosexuelle kriminalisiert werden. Zudem sind die systematische Ausbeutung von Angestellten und sklavenähnliche Arbeitsumstände weit verbreitet. Die Korruption tut ihr übriges. Es entzieht sich meiner Vorstellungskraft warum ein solches Großereignis an ein diktatorisch, absolutistisch regiertes Land vergeben wird. Die Fifa und der DFB täten gut daran die Austragung zu verhindern, solange dies noch möglich ist.“

Die Fußballweltmeisterschaft 2022 wurde am 19. Dezember 2008 nach Katar vergeben. Die Entscheidung wurde von Beginn an als undemokratisch kritisiert. Zudem häufen sich seit dem vergangenen Jahr die Meldungen über schlechte Arbeitsbedingungen vor Ort. Auch das Regime des Golfstaates steht aufgrund seiner undemokratischen Regierungsweise seit langem in der Kritik. Von Seiten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International aber auch von Gewerkschaften und Fanverbänden wird die Austragung der WM in Katar scharf kritisiert.