LGTBI-Rechte in Afrika: Treffen mit Alice Nkom


11.06.2015
Als Vorsitzender der Parlamentariergruppe Französisch-sprachige Staaten West- und Zentralafrikas empfing Uwe Kekeritz die Amnesty-Menschenrechtspreisträgerin Alice Nkom aus Kamerun.

Die Menschenrechtsanwältin, die sich seit Jahrzehnten für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzt berichtete eindrücklich von der angespannten Situation in ihrem Land. Sie forderte ein vehementes Eintreten für Menschen- und Bürgerrechte. Die internationale Gemeinschaft müsse den 82-jährigen Präsident Paul Biya, der trotz 33 jähriger Amtszeit bei den Wahlen 2018 erneut antreten will, in die Pflicht nehmen. Die Regierung müsse aufhören MenschenrechtsaktivistInnen, LGTBI und oder einfach regierungskritische Personen zu Kriminalisierung.

Zuletzt hatte Biya die RichterInnen des obersten Gerichtshofs des Landes ausgetauscht. Grund dafür sei eine zu menschrechtsfreundliche Haltung gewesen. Die Gewaltenteilung in Kamerun sei nicht mehr gewährleistet. Außerdem wird durch eine Gesetzesänderung der Spielraum für das Verhängen von drakonischen Strafen ins uferlose ausgeweitet. Mit dem Kampf gegen Boko Haram begründet, drohe nun im Extremfall die Todesstrafe für Handlungen, die als „Destabilisierung des Landes“ bewertet werden. Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklungen erklärte sie nicht aufgeben zu wollen

Uwe Kekeritz zeigt sich beeindruckt: „Alice ist eine beeindruckende Frau, die Beeindruckendes geleistet hat. Ihr Einsatz für die LGTBI-Community Kameruns ist herausragend und ist beispielhaft auf dem afrikanischen Kontinent. Ihre Stimme muss weiter gehört und ihre Arbeit tatkräftig unterstützt werden.“