Hungerkrise: Kekeritz sammelt für Mali


25.07.2012
Zusammen mit anderen PolitikerInnen aus der Region sammelte Uwe Kekeritz für Mali. Organisiert wurde die Straßensammlung in der Nürnberger Fußgängerzone von der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Mali.

Mali liegt in der Sahelzone im Westen Afrikas und zählt zu den so genannten Least Developed Countries. Seit Monaten zeichnet sich hier eine Hungerkatastrophe für Millionen von Menschen ab. Verstärkt wird die ohnehin schone chronische Ernährungskrise vor Ort durch die anhaltende Dürre und die Rückkehr vieler ArbeitsmigrantInnen und Söldner aus Libyen und der Elfenbeinküste.

Auch politisch spitzt sich die Lage seit März 2012 weiter zu: Ehemalige Gaddafi-Söldner entflammten die Tuareg-Rebellion im Norden Malis neu. In der Hauptstadt Bamako putschten malische Offiziere erfolgreich gegen den Präsidenten.

In dem so entstandenen Machtvakuum konnten die Rebellen, die sich mit islamistischen Gruppen verbündet hatten, die drei wichtigsten Städte im Norden Malis, Kidal, Gao und Timbuktu, in ihre Gewalt bringen. In Folge riefen sie den unabhängigen Staat Azawad aus. Zwar zerbrach inzwischen das Bündnis zwischen der nationalen Bewegung für die Befreiung Azawads (MLNA) und der stärksten islamistischen Gruppe Ansar Dine. Die Putschisten in Bamako konnten aber bisher keine erfolgversprechende Strategie gegen die Loslösung des Nordens entwickeln.

Deutschland muss in enger Absprache mit internationalen PartnerInnen humanitäre Nothilfe leisten und seinen finanziellen Beitrag deutlich erhöhen. Laut der Vereinten Nationen werden 1,5 Milliarden US-Dollar gebraucht. Gemessen an der deutschen Wirtschaftskraft wären 76,89 Millionen ein fairer Anteil, den muss Deutschland endlich leisten. Langfristig brauchen wir aber auch Investitionen, um die Ernährungssicherung vor Ort wieder zu stabilisieren. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit muss dazu vor allem KleinbäuerInnen und Pastoralistenim Sahel stärken und gezielt die ländliche Entwicklung fördern.

Auch muss Deutschland Flüchtlinge aus Nordafrika und der Sahelzone solidarisch und menschenwürdig aufnehmen. In diesem Zusammenhang muss Deutschland diejenigen afrikanischen Staaten unterstützen, die von starken Flüchtlings- und Wanderungsbewegungen betroffen sind.

Wir dürfen also nicht mehr weiter warten, sondern müssen jetzt handeln, um eine humanitäre Katastrophe in Mali und in der gesamten Region zu verhindern.