Hilfe zur Selbsthilfe für deutsche Agrarunternehmen


12.03.2015
Um sich ein Bild von den geplanten grünen Innovationszentren des Entwicklungsministeriums (BMZ) zu machen bereiste Uwe Kekeritz vom 09. bis 20.02.2015 Äthiopien, Malawi und Sambia.

In allen drei Ländern soll die Initiative „Eine Welt ohne Hunger“ des BMZ von 2015 bis 2017 umgesetzt werden. Dabei sollen „grüne Innovationszentren“ den zentralen Beitrag gegen Hunger und die weit verbreitete Mangelernährung leisten.

„Die Konzepte und der Innovationsgrad der Zentren konnten mich nicht überzeugen. Sie waren unverständlich, und dort wo sie verständlich waren setzen sie einseitig auf Industrialisierung der Landwirtschaft. Eine Agrarpolitik, die Böden zerstört und neue Abhängigkeiten schafft,“ so Uwe Kekeritz.

Welche Rolle private Unternehmen wie beispielsweise Bayer Crop Science und deutsche Agrarmaschinen-Hersteller übernehmen bleibt bislang undurchsichtig. Die Bundesregierung benennt sie in Antworten auf schriftliche Fragen von Kekeritz wiederholt als „Partner“. Vor Ort herrschte darüber aber Verwunderung und Unklarheit.

In Äthiopien besuchte Uwe Kekeritz in der Oromoregion das äthiopisch-deutsche Agrarweiterbildungszentrums (ATC) sowie des äthiopische Forschungsinstitut für Landwirtschaft (EIAR). Das Konzept der Sonderinitiative in Äthiopien wurde wortgewaltig erklärt: Trainingsmaßnahmen im Umgang mit großen, landwirtschaftlichen Maschinen. Diese sind für KleinbäuerInnen vor Ort weder erschwinglich, noch auf ihren maximal vier Hektar großen Feldern einsetzbar.

Projektpartner in Malawi sind das private Mwimba College nahe Kasungu und das von Uwe Kekeritz besichtigte staatliche College für Landwirtschaft NRC nahe der Hauptstadt Lilongwe. Die Curricula sollen überarbeitet, neue Kurse eingeführt, sowie das Lehrpersonal trainiert werden. „Ich kann nur feststellen, dass dies nichts mit Innovation zu tun hat. Solche Maßnahmen waren bereits in der Entwicklungspolitik der 80er und 90er Jahre verankert“, stellt Kekeritz fest.

In Sambia besichtigte Uwe Kekeritz eine Baumwollentkernungsanlage von Cargill. An Cargills Infrastruktur und der des dortigen Bauernverbandes soll das grüne Innovationszentrum in Sambia anknüpfen, wenn es im März 2015 startet. Zwei Wochen vorher gab es jedoch noch keine konkrete Projektskizze.

Letztlich drängt sich der Eindruck auf, dieselbe Strategie, die in Süd- und Mittelamerika und in großen Teilen Indiens zu enormen Problemen der ländlichen Bevölkerung geführt hat, wird in Afrika fortgesetzt. Innovative Ansätze sind hierin nicht zu erkennen. Diese Copy-Paste Politik wird auch in Afrika die Probleme der ländlichen Bevölkerung enorm vergrößern, da sie letztlich die Abhängigkeit von Saatgut- und Düngemittellieferanten enorm erhöht.