Genitalverstümmelung in Ägypten


27.06.2012
Uwe Kekeritz unterstützt die Unterschriftenaktion der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF). TDF fordert die zukünftige ägyptische Regierung auf, Genitalverstümmelung (FGM) zu verbieten.

Über 90 Prozent der Frauen sind betroffen

Mädchen und Frauen in Ägypten werden zu über 90 Prozent an ihren Genitalien verstümmelt. Nachdem 2008 zwei Mädchen infolge von FGM verstarben und es öffentlichen Protest gab, stellte die Regierung Genitalverstümmelung unter Strafe. Das Gesetz hat jedoch eine große Schwachstelle: Wenn ÄrztInnen bescheinigen „dass die Verstümmelung medizinisch notwendig“ ist, bleibt sie weiterhin straffrei. „Die weibliche Beschneidung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und niemals medizinisch notwendig“, sagt Kekeritz. TDF fordert daher ein Gesetz mit einem ausnahmslosen Verbot weiblicher Genitalverstümmelung sowie die konsequente Durchsetzung des Verbots und landesweite Sensibilisierungskampagnen. Kekeritz schließt sich dieser Forderung an und unterstützt den Aufruf.

Rechte von Frauen und Mädchen stärken

„Der politische Neubeginn in Ägypten sollte auch ein Neubeginn für die Rechte von Frauen und Mädchen bedeuten, insbesondere im Hinblick auf FGM“, so Kekeritz, „denn Demokratie und Fortschritt werden durch Menschenrechtsverletzung gehemmt.“ Die politischen Verhältnisse in Ägypten sind nach der Auflösung des Parlaments und nach der Präsidentenwahl allerdings auch weiterhin instabil. Bei den Wahlen siegte zwar der Muslimbruder Mohammed Mursi, doch wie ursprünglich angekündigt, bleibt zu befürchten, dass der Militärrat vorerst seine Macht nicht an die neugewählte Regierung abgeben will. Aber nicht nur die politische Zukunft des Landes ist ungewiss. In Bezug auf FGM, hatte zwar die bisher stärkste Partei, die Muslimbrüder, 2008 für ein Verbot von FGM gestimmt, wie die Regierung mit der Thematik zukünftig umgehen wird, ist aber noch unklar.

Langfristige Traumata

In Ägypten werden drei Viertel aller Genitalverstümmelungen von medizinischem Personal durchgeführt. Die Weltgesundheitsorganisation verurteilt dies scharf, da die langfristigen Folgen weiblicher Genitalverstümmelung bestehen bleiben: ein eingeschränktes sexuelles Empfinden, chronische Schmerzen und Probleme bei Schwangerschaft und Geburt.

Es werden viele Bekenntnisse zu Menschenrechten abgegeben. Die weibliche Genitalverstümmelung steht dabei aber oftmals nicht im Fokus. Dabei handelt es sich um eine der schwerwiegendsten Menschenrechtsverletzungen an Frauen, die deren körperliche Unversehrtheit ein Leben lang beeinträchtigt. Schätzungsweise 140 Millionen Frauen und Mädchen sind weltweit betroffen.

Bitte setzen Sie mit Ihrer Unterschrift ein Zeichen und unterstützen Sie den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung! Hier können Sie unterschreiben.