Faire Kommune

Faire Kommune„Global denken, lokal handeln“, das ist die Idee der Fairen Kommune: Wir bei uns vor Ort können unseren Konsum nach ökologischen und sozialen Kriterien gestalten, damit sich die Situation in den sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern verbessert.

Unser Handeln hier hat Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse in Ländern des „globalen Südens“. Die schrecklichen Fabrikkatastrophen in Asien mahnen uns, dass sich etwas verändern muss. Deshalb müssen wir für ordentliche Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne eintreten.

Dabei ist besonders die öffentliche Hand gefragt, zumal sie pro Jahr schätzungsweise zwischen 250 und 480 Milliarden Euro für Güter und Dienstleistungen ausgibt. Das macht rund 16 bis 18 Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts aus. Gut die Hälfte davon geben die Kommunen aus.

Deshalb habe ich vor gut sechs Jahren meine Kampagne „Jetzt wird unsere Kommune fair!“ gestartet. Und es tut sich was: Zum Beispiel reagieren Unternehmen, die die öffentliche Hand be­liefern mit einem Verhaltenskodex für Zulieferbetriebe und weiteren Maßnahmen in der Lieferkette auf die steigende Nachfrage nach Produkten, die soziale Mindeststandards erfüllen.

Ökologische und soziale Kriterien rücken bei der öffentlichen Beschaffung immer mehr in den Blick. Hier hat sich in den vergangenen sechs Jahren einiges bewegt. Gleichwohl gibt es noch reichlich Luft nach oben, besonders bei Produktgruppen wie Berufsbekleidung, Natursteinen und IT- sowie andere Produkte, die komplexe Produktions- und Lieferketten durchlaufen.

Auch wenn das 2016 novellierte Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) die großzügigen Spielräume leider nicht ausschöpft, die die EU-Richtlinie bietet, können jetzt soziale und ökologische Kriterien im Vergabeprozess rechtssicher verlangt werden.

Eine prima Ausgangssituation, um die Faire Kommune weiter zu forcieren. Gemeinsam können wir es schaffen, dass unsere Welt gerechter wird, und das fängt bei uns vor der Haustür an.

 

Meine aktuelle, komplett überarbeitete Broschüre zum Thema finden Sie hier

 

Außerdem hatten wir im November 2016 eine hervorragenden Fachtagung zum Thema mit unserer kommunalpolitischen Vereinigung GRIBS. Die Dokumentation finden Sie hier