Einsatz für faire Arbeitsbedingungen zeigt Erfolge


07.06.2012
In der baden-württembergischen Gemeinde Munderkingen werden in Zukunft keine Produkte mehr angeschafft, die unter Zwangs- oder Kinderarbeit hergestellt wurden. Uwe Kekeritz freut sich darüber besonders, da er bei einem Vortrag in Ulm den Anstoß für diese Initiative gegeben hatte.

Die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz hatte ihren Kollegen Kekeritz im vergangenen März in ihren Wahlkreis eingeladen. Dort besichtigte er unter anderem den Ulmer Weltladen und führte Gespräche mit der Ulmer Flüchtlingshilfe. Bei einer Abendveranstaltung im Grünen Haus in Ulm kam Kekeritz auf einen Leitfaden des deutschen Städtetags zu sprechen, der Kommunen Tipps für die Berücksichtigung sozialer Kriterien im Vergaberecht gibt.

Der Hinweis stieß beim grünen Munderkinger Gemeinderat Erich Pöschl auf offene Ohren. Er wandte sich mit seinem Anliegen an Stadtverwaltung und Gemeinderat, die von der Idee sofort angetan waren. Schon kurze Zeit später wurde ein Beschluss zum Thema verabschiedet. Demnach wird in Zukunft bei jeder öffentlichen Auftragsvergabe durch die Gemeindeverwaltung die Einhaltung der sogenannten Kernarbeitsnormen zur Voraussetzung gemacht. Diese von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aufgestellten Normen garantieren, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter sich gewerkschaftlich organisieren können. Außerdem verbieten sie Diskriminierung sowie Kinder- und Zwangsarbeit. Die Munderkinger Verwaltung hat zudem eine ausreichende Mindestentlohnung in ihre Voraussetzungen mit aufgenommen, die auch deutsche ArbeitnehmerInnen betrifft.

Die Initiative zeigt, dass Kommunen sich leicht aktiv für faire Arbeitsbedingungen sowohl hier als auch in Entwicklungsländern einsetzen können. In der öffentlichen Beschaffung steckt großes Potential – ca. 16 % des gesamten EU-Bruttoinlandsproduktes entfallen auf öffentliche Aufträge. Eine große Bedeutung haben aber auch Produkte aus Entwicklungsländern. Zum Beispiel werden hiesige Feuerwehruniformen oft in asiatischen Fabriken genäht, wo die hauptsächlich weiblichen Arbeiterinnen zu Hungerlöhnen und unter miesen Bedingungen schuften und nicht einmal das Recht haben, sich zu Gewerkschaften zusammenzuschließen.

Je mehr Städte und Gemeinden sich dem Munderkinger Beispiel anschließen, desto größer wird der positive Effekt für ArbeiterInnen in Entwicklungsländern. Die Erfolge zeigen, dass der Einsatz sich lohnt – deshalb wird auch Uwe Kekeritz sich weiterhin für eine faire und nachhaltige Beschaffung in Deutschland einsetzen.

Beschluss_Gemeinderat_Munderkingen