Ein menschenwürdiges Leben


05.04.2012
Heute besuchte Uwe Kekeritz die zehn Iraner, die in Würzburg vor dem Rathaus vor 18 Tagen in Hungerstreik getreten sind. Ihr Schicksal ist beschämend für unser Rechtssystem.

Zusammen mit den MdLs Margarete Bause, Simone Tolle und Renate Ackermann setzt sich MdB Uwe Kekeritz für die Protestierenden in Würzburg ein. Sie kämpfen mit einem Hungerstreik für ein menschenwürdiges Leben.

„Es ist beschämend für unsere Zivilisation, dass wir es zulassen, diesen jungen Menschen kein Asyl zu geben. Jeder kennt die menschenverachtende Situation im Iran. Folter, willkürliche Verhaftungen, Bedrohung von Familienmitgliedern, Medien- und Internetzensur, Berufsverbote sind die politische Realität“ zeigt sich Kekeritz erschüttert.

Menschenunwürdige Bedingungen

Der Architekturstudent Soheil Hatamikia informierte Kekeritz über die Forderungen der Gruppe. Er lernte im Eigenstudium sehr gut Deutsch und hat sich auch mit der rechtlichen Situation von AsylbewerberInnen auseinander gesetzt.

„Essenspakete, Residenzpflicht, keinerlei Bildungsmöglichkeiten, keine Unterstützung beim Asylverfahren und inakzeptable Gemeinschaftsunterkünfte machen uns krank. Das alles ist sehr teuer und verhindert außerdem Integration“, so Hatamikia.

Er würde gerne arbeiten, aber seit zweieinhalb Jahren ist er zum Nichtstun gezwungen. Auch seine Freunde aus dem Iran würden gerne auf staatliche Hilfs- und Essenspakte verzichten und sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Aber das verwehrt ihnen unsere Rechtsordnung.

Hasan Hosseinzadeh, der Sprecher der Flüchtlinge, ist froh, dass sich nach 18 Tagen des Streiks endlich Vertreter des Bundesamts für Migration und ein Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums haben blicken lassen. Konkrete Ergebnisse gibt es aber noch nicht. Die Protestierenden schweben mittlerweile in Lebensgefahr und werden mit diesem Gespräch den Streik erst einmal aussetzen.

Lebensgefährlicher Hungerstreik

Der Hungerstreik wird nun für 14 Tage unterbrochen. Hoffentlich gibt es danach endlich handfeste Verbesserungen. Die bayerischen Grünen haben sich des Themas angenommen und werden die politisch Verantwortlichen nicht so schnell aus der Verantwortung lassen.

Als sehr positiv bezeichneten die Iraner die Unterstützung durch die Bevölkerung. Das zeigt, dass Würzburg bunt ist und der bayerischen Staatsregierung weit voraus.

„Im Gegensatz dazu nimmt Sozialministerin Haderthauer den Protest nämlich nicht ernst. Ein Hungerstreik ist lebensgefährlich!“, warnt Kekeritz. Einige Protestierende sind bereits ins Krankenhaus eingeliefert worden. Im Januar hatte sich ein anderer iranischer Asylbewerber das Leben genommen. Er ertrug sein Eingekerkertsein nicht mehr.