Die Ureinwohner Chiles kämpfen für ihr Land – Uwe Kekeritz trifft politische Führerin der Mapuche


07.11.2014
Das Recht der Mapuche auf ihr Land wird immer wieder durch staatliche und private Eingriffe verletzt. Bei ihrem Besuch macht Lonko Juana Kuante insbesondere auf die Problematik von Großstaudammprojekten und ihre sozial-, ökologische Auswirkungen aufmerksam.

Derzeit überarbeitet die Weltbank ihre Umwelt- und Sozialstandards, auch bekannt als „Safeguards“. Diese Standards beinhalten bindende Umwelt- und Sozialauflagen, die es Bürgern und Gemeinden erlauben, die Weltbank für ihre Umsetzung zur Verantwortung zu ziehen. Der kritische und weit reichende Einfluss, den die Safeguards auf das Leben von Millionen von Menschen in Entwicklungsländern haben, kann kaum übertrieben werden. Dies zeigte sich deutlich bei dem Treffen mit El tentempié e.V. und dem Mapuche Oberhaupt Lonko Juana Kuante.

Frau Juana Kuante führt die Protestbewegung der Mapuche gegen den Bau von Stauseen in Südchile an. Einer der 35 geplanten Stauseen würde ein Gebiet überfluten, auf dem sich eine der wichtigsten heiligen Stätten der Mapuche in dieser Region befindet. Die Gemeinschaften wurden zu dem Bauvorhaben nicht befragt, was gegen die ILO Konvention Nr.169 über indigene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern der Vereinten Nationen verstößt. Uwe Kekeritz betont: „Dieses Handeln ist ein offener Angriff der Souveränität der Mapuche und eine Verletzung ihres Kulturerbes und verdeutlicht nochmals die Wichtigkeit strikte Umwelt- und Sozialstandards speziell bei Großprojekten zu haben.“

Hintergrund

El tentempié e.V. ist ein Verein in Nürnberg, der den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und den indigenen Völkern Lateinamerikas fördert. Der Verein macht über freundschaftliche Begegnungen auf die Lebensbedingungen und kulturellen Schätze Lateinamerikas aufmerksam und stärkt mit sozialen Projekten besonders die Selbstbestimmung der Menschen vor Ort, um das kulturelle Erbe der indigenen Völker zu erhalten.

Zur Überarbeitung der Safeguards findet in der kommenden Woche auf Einladung der Weltbank eine Konsultation in Berlin statt, bei der auch Uwe Kekeritz anwesend sein wird. Im Vorfeld hat Uwe Kekeritz eine Kleine Anfrage bei der Bundesregierung zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards bei Großstaudammprojekten in der Entwicklungszusammenarbeit auf bilateraler und multilateraler Ebene eingereicht. Darin fragt er u.a. nach dem geplanten Wasserkraftwerk Alto Maipo in Chile, für das ein Teil der Finanzierung aus Deutschland kommen soll und das aufgrund von offenen Fragen zur Lizenzvergabe und Verdacht auf Korruption bereits Gegenstand einer Untersuchung seitens des chilenischen Parlamentes war.